Start Themen Downloads Forum _TOP10 Alle Artikel dieser Site
Willkommen bei Die Philosophie PageDie Philosophie Page
Alles, was Philosophen anmacht
[ Essay schreiben ]    [ Link melden ]
Suchen   
[ Suche nach Philosophie im Netz ]
Du bist ein anonymer Benutzer. Du kannst dich hier anmelden   18. 12. 2017  
Verwaltung
· Home
· Anmelden
· Registrieren
· Mitgliederliste

· Impressum
· Kontakt
· über den Autor

Recherche & Wissen
 ·  Ressourcen und Links
 ·  Lektüreliste
 ·  Buchempfehlungen
 ·  Suche

Unterhaltung
 ·  Rätsel

Readings
 ·  Systematischer Index

Philosophen:
 ·  Adorno
 ·  Aristoteles
 ·  Davidson
 ·  Eigen
 ·  Goodman
 ·  Mill
 ·  Platon
 ·  Rawls
 ·  Sokrates
 ·  Weizsäcker
...alle anzeigen

Themen:
 ·  Ethik
 ·  Evol. Erkenntnistheorie
 ·  Globalisierung
 ·  Kommunitarismus
 ·  Konnektionismus
 ·  Kooperation
 ·  Kybernetik
 ·  Liberalismus
 ·  Spieltheorie
 ·  Universalienstreit
 ·  Utilitarismus
 ·  Wissenschaftstheorie
...alle anzeigen


 ·  Download Readings

Community
 ·  Gästebuch
 ·  Foren
 ·  Chat
 ·  Eure Essays
 ·  Newsletterabo

Weitere Webprojekte
 ·  WIS
 ·  Widerspruch

Florian Schlamadinge: Der Homunkulus (selbstverfasst)

„Vielleicht kann mir das ja „helfen““. Kaum jemand glaubte an ihn – eigentlich keiner. Und das wusste er. Das war sein Problem. Sich dessen, bewusst zu sein, niemals das Vertrauen oder die Zuwendung eines anderen Menschen gefühlt oder gar verdient zu haben, das machte ihn über die Jahre zu dem, was er nun war. Ein Wrack, ein Abklatsch dessen, was man „Mensch“ nennt. Ja, so banal es klingen mag, er glich einer verunglückten Nachahmung – als würde eine kleine Firma Schuhe herstellen, die genauso aussehen wie das Produkt einer großen, erfolgreichen Firma, aber durch ihre minderwertige Verarbeitung keinen Profit abwerfen. Die Schuhe sehen zwar so aus wie die anderen, aber innerlich sind sie, mir fällt kein besseres (oder zutreffenderes) Wort ein, schlecht. So fühlte er sich. Jeden Morgen mit dem stechenden Gefühl der Ablehnung anderer aufzuwachen konnte er nicht mehr ertragen. Er musste dem ein Ende setzen. „Wenn Schuhe ausrangiert sind, wirft man sie weg.“, allein dieser Gedanke ging ihm am Vortag wie ein brennendes Feuer durch den Kopf – sonst nichts. Dieser „Lebensphilosophie“ folgte er seit er denken konnte, in seinen Augen war er eben ein ausrangierter Schuh. So stand er nun allein auf dieser Brücke. Im Umkreis von einem Kilometer war hier keine Menschenseele – schon gar nicht um diese Uhrzeit. Das war kein ungewohntes oder gar neues Gefühl für ihn, er fühlte sich eigentlich immer so. Nocheinmal blickte er über den jämmerlich niedrigen Rand der Brückenabsperrung. „Wenn da einer mir dem Auto ?gegenfährt, hilft ihm diese Mauer kein bisschen!“. Aus irgendeinem Grund verspürte er unbändigen Hass auf diese kleine Mauer. Doch er glaubte sich sicher zu sein – die Brücke war hoch genug, das musste auf jeden Fall reichen. Erst ein paar Sekunden später wurde ihm die Ironie, welche in seinem vorhergehenden Gedanken enthalten war, bewusst. Er stellte sich auf die Absperrung, schloss die Augen und versuchte seinen letzten, seinen wichtigsten Gedanken zu fassen. „Vielleicht sollte mal jemand Schuhe erfinden, wie Hermes sie getragen hat."


hinzugefügt: July 4th 2002
Autor: Florian Schlamadinge
Hits: 2425
Sprache: deu
Typ:
Keine weiteren Artikel dieses Autors

  

[ Zurück zur Übersicht der Essays | Kommentar schreiben ]




Kommentare zu diesen Artikel
[Die Philosophie Page]
[eMail]
[Disclaimer]
© Copyright: Wolfgang Melchior, 1997-2013