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Der Naturalismus - das naturalistische Drama
Freigegeben von: Wolfgang Melchior
Der Naturalismus - das naturalistische Drama


Vorbemerkungen:

ästhetische Kategorie oder historische Epoche?

naturalistische Stilmittel und Stoffe

Epochenbezeichnung: Jüngstes Deutschland, Sturm und Drang

Universelle Verwendbarkeit des Holzschen Kunstgesetzes

Naturbegriff

Unterschied: Radikalität des Realismus


Historische Wurzeln:

Abkehr vom Wilhelmismus und Nietzscheanischem Teutonimus:

Tragik, Einzelschicksal, die großen Kämpfe (Wagnerianismus) Brüder: Hart: "deutsch und modern", Antihellenismus

übergang: Deutsch und völkisch: keine Kunst fürs Gelehrtentum, sondern fürs Volk (gebildeter Arbeiter: Loth!)

- Thematisierung der Kluft zwischen Proletariat und Neureichen (Hoffmann)

- Thematiserung des Elends (Familie Selicke): materielle Seite und moralische Seite (Alkoholismus: Familie Selicke, Vor Sonnenaufgang)

- Neue Kohäsionen: Auflösung von Gruppenbindungen (Hoffmann und Loth)

Kunstgestzlich:

- wider die Schöngeisterei: Befreiung von den bürgerlichen Werten wie Familie, Ehe, nicht Entgegegnsetzung eines hellenistischen Ideals, sondern durch schonungslose Demonstration ihrer Schwäche (Friedensfest: FamilienKatastrophe, Nora): Leiden, Unterdrückung, Antihumanität -- Morscheit der Gesellschaft

Familie: Hort des Rückzug vom dem öffentlichen Leben in die Privatheit, wo die konservativen Werte weiterdümpeln -- Verlegenheitsidealismus: Ablehnung dekadenter Ideale

Zola: l?homme m?taphysique est mort tout notre terrain se transforme avec l?homme physiologique"

keine antibürgerliche, atheistische Bewegung: Christus als erster Sozialist (Holz), Feuerbachscher Psychologismus der Theologie

"Trugbilder der Unsterblichkeit" schon im Realismus (Keller)

Unterschied Realismus und Naturalismus:

Naturschöne als Gottesersatz , Optimismus, humanistischer Idealismus(Tragik und Fehlen wird positiv als Bewahrung von Freiheit umgedeutet)-- Menschlichkeit selbst wird ästhetisch, Pessimismus: Tragik ist schicksalhaft und unentrinnbar (Familie Selicke)

Neue Kategorien: Normalität vs. Extraordinarität

Adornosch: Das Allgemeine im Nichtidentischen aufspüren

Freiheit und Determination

Krisenerscheinung/Umwälzung auch in der Kunst

- Sozialismus: Milieudetermination

- Historismus: historisch determiniert

- Darwinismus: genetisch determiniert

- Beeinflußung durch ausländische Autoren (Zola, Ibsen, Björnsen)

1. Materialimus:

- kollektiv: klassenzugehörigkeit

- biologisch: Willen, Triebe

- mileudeterminiert

2. Nietzsche:

"Enthüllungspsycholgie" dekandenter Werte ("psychologischen Seziertisch")

3. Darwinismus:(wie Naturwissenschaften überhaupt):

Ärzte, Biologen

Thematisch: Vererbungsgedanke (Gespenster: Krankheit, Alkoholismus, Bild Häckels und Darwins in "Einsame Menschen"),

- moralische Umdeutung von Krankheit; Erbsünde -- vererbeten Krankheit

- Gott wird zum Zufall

- Kampf ums Dasein: Verlorene sind nicht mehjr nur Individuen, sondern Klassen von Individuen; die bloße Zugehörigkeit verdammt den einzelnen (Alte Hilse)

4. Brüchigkeit der Religion:

Nietzsche und die naturwissenschaftliche Methode (Seziertischmetapher, Sekundenstil Holzens)

Pastor Manders und die Heuchelei der Sklavenmoral

5. Positivismus:

Comtes Dreistadientheorie

a) theologische: Fetsichdienst

b) metaphysische: Idealistische Erklärungen; Abstraktionen, Warum-Frage

c) positivistische: Wie-Frage, Beschränkungen auf Wirkungen: Beobschtung und Klassifikation von Dingen unabhängig von ihren Ursachen

Theorie der Wissenschaften: Naturwissenschaften, dann Soziualwissenschaften, Forderung einer "Sozialphysik" mit individualistischem Atomismus -- neuer Begriff: Soziologie

Mensch als quantitaives Ding unter Vielen

6.) Taine: Taines Positivismus und seine drei Determinanten des Menschlichen: race, milieu, temp -- Begründer der Milieutheorie


Grundzug des Naturalismus: Der Kunst das Spekulative, Metaphysische und Gelehrte zu nehmen.

Direkte Bezugnahme und Einbeziehung naturwissenschaftlicher Verfahrensweisen in die Ästhetik: Sekundenstil, Milieubeschreibung, Dialekt, Szenendetailierung


6. Motive:

a) Der Fremde als Konstruktionsprinzip: Rückkehr aus der Fremde oder Einkehr des Fremden

- vorantreibendes Handlungselement

- episches Ich, durch welches der Autor die Fäden in der Hand behält (in der Regel wird eine statische, eingespielte, hermetisch-geschlossene Ordnung vorgestellt, die durch den Fremden dynamisiert wird)

b) Heimkehrer

c) der einzelne als Objekt (Verobjektivierung des Willens): Schicksal, Klassenzugehörigkeit, Milieudetermination

d)


Soziales Handeln

soziale Handlungssituation ist intentional unterbestimmt

Bezug durch

Folge-Zweck-Differenz

Erwartbarkeit: aufgrund von implizit anerkannter Normen

Bestimmungsgründe sozialen Handelns (nach Weber):

- zweckrational: Erwartungsnutzen

- wertrational: intrinsischer Eigenwert

- affektuell

- traditional. durch Gewohnheit

als funktionale Alternativen

Regulativer Charakter von Normen

Marx: Einbettung "in die Formen des gesellschaftl. Zusammenhangs"

so: Zwecke (Inhalt der Handlungsorientierung)

Gesellschaftliche Normen und Zwecke sind unabhängig vom individuellen Handeln gesetzt als Handlungsorientierung = Rahmenbedingungen und Mittel

dagegen: Anerkennung dieser ist ist ein bewußter Akt

Soziales Drama:

sozialer Hintergrund ist Voraussetzung für Stoff und Gehalt

- nicht ewig-menschliche Bezüge, sondern konkret-soziale

- notwendiger Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Verhältnissen und Charakteren und Handlungen: nicht Familienmitglieder per se als anthropologisches Moment, sondern Familie einer bestimmter Klasse

Der Begriff des Bürgerlichen: als antagonistischen Klassenbegriff gegen den Adel (Lukacs ) oder als Begriff des Privaten

Soziales Drama versus politisches Drama: = Bestimmtheit durch gesellschaftliche Klassenverhältnisse versus Auseinandersetzumng des einzelnen mit staatlicher herrschaft

Diesseitigkeit: Personal führt zur Aufhebung der Ständeklausel als

- Enttabuiersierung

- Bürgerschreck

- Intime Vertrautheit der Naturalisten


der Naturalismus wendet das bürgerliche Schema des "Bürgerlichen" auf dies selbst an.

aber: der soziale Charakter des Dramas wird nicht durch die Charaktere, sondern ihr gegenseitiges Verhalten bestimmt, welches das Problem formuliert

-- das Soziale ist kein Moment der Person, sondern ihrer

- materiellen Verhältnisse, die

- sich in ihrem gegenseitigem Verhältnis wiederspiegeln

Problem des Verhältnisses zwischen einzelnem und Gesellschaft: konkret durch Milieu

Bis: Verlust von Handlungsbewußtsein, und Handlungskontrolle

Bedingungen von Handlungen, die

- über Intentionen hinausgehen

- in sie konkret einfließen

- oder sie dominieren (Determinismus)




Die Dramen (Analysen)


Typen:

- Künstlerdramen (Michael Kramer, Kollege Crampton)

- Schicksals- und Familiendramen (Gespenster, Viertes Gebot)

Familie Selicke

-Kleinbürgermilieu

- Alkoholismus

- Weihnachtsabend

- Familie- und Ehekatatsrophe

- Hermetik: Geschlossener Raum durch alle Szenen hindurch

Stil: Sekundenstil: jede Szene steht für sich, ist durch Regieanweisungen geregelt


Die Ehre (Hermann Sudermann):

Heimkehrer, der dem Milieu entwachsen ist und nicht mehr zurückfindet (Entwurzelungsgedanke): Vorderhaus vs. Hinterhaus

Nora

Ehedrama

Wildente

Familiendrama

Hjalmar zwischen Lebenslüge (Relling) und jungem Werle ("ideale Forderung")

Geheimnisträger: Alter Werle und Junger Werle

Vergangenheit: Hedwig ist uneheliches Kind von Gina und Altem Werle

erst der Fremde (junger Werle) löst den dynamischen Prozeß aus.

typischstes analytisches Drama


Die Gespenster

Zentraler Topos: Selbstverwirklichung (pursuit of happiness) vs. Pflichterfüllung

Schicksal:

- "nicht nur, was wir von Vater und Mutter geerbt haben" (Alving)

- sondern "was man früher einmal gedacht und geglaubt hat" (vergangenen Werte)

also: Vererbung und tarditionelle, veraltete Normen (klassische Tragödie)

Problem der Heuchelei

Der Fremde Osvald

Schicksalsdrama und analytische Technik

Familiendrama:

Die Gegenwärtigkeit des Toten: "Von übermorgen ab soll es für mich sein, als ob der Tote nie in diesem gelebt hätte."

Leitmotivtechnik: Umfallende Stühle, klirrende Glas als Erinnerung an die Gespenster (Toten)

Oswald: "Die Sünden der Väter werden heimgesucht an den Kindern" Selbstinterpretation seiner Syphilis, an der auch sein Vater starb

Krankheit: vererbt oder in Paris zugezogen (Milieu)

Oswalds freie Liebe vs. Ehetyrannei der Frau Alving

Liebe des Jugendfreundes Manders vs. Liebe des Kammerherrn Alvings

Neigungs vs. Pflichtheirat

Pflicht ist das ewige Vernunftprinzip: Ehe geht auf Ewigkeit, nicht auf Glück (Manders)

Der Geist des Aufruhrs ist nach Glück zu verlangen (Manders)

Gegenprinzip zur Sklavenmoral Manders ist Oswald: "Lebensfreude", Arbeitsfreude", Dynamik (Weggehen)

Öffentlicher Skandal vs. privates Schicksal

Manders:

Der Hüter der Sklavenmoral

(siehe Paper)


Macht der Finsternis (Tolstoj)

Bauerntragödie

"Ist die Kralle hängengeblieben, muß das Vögelchen zugrundegehen"

Lügengeflecht Nikitas

Macht der Finsternis: Geldgier

Krtitik am Einfluß städtischer Zivilisation auf das ländliche Leben

Ideal: ländliche Ursprünglichkeit



John Gabriel Borkmann

(siehe unter Begriffsklärungen, Stichwort: analytisches Drama)


Meister Ölze (J. Schlaf)

Handwerker zum Mörder geworden, von der Stiefschwester - erfolglos - bedrängt, ein Geständnis abzugeben.

- Milieuschilderung

- Enthüllungsthematik ("Intimes Drama"): "eigentlicher Schauplatz des Dramas ist die vierte Dimension"


Das Friedensfest

Eine Familienkatastrophe

Patenstück: Die Gespenster

Typus: Schicksalsdrama

Antithese:

Friedensfest und Familienkatastrophe

Familiendarwinismus: Krieg aller gegen alle als absolute Antithetik

Weihnachtsfeier als Topos bürgerlicher Morschheit in:

- Reinhard Voß "Alexandra"

- Schaaf- Holz "Familie Selicke"

Vorgestellt wird eine Irrenanstalt, in der jeder abwechselnd sich zum Pfleger aufschwingt, um wieder in seinen Wahn zu verfallen -- Beschränktkheit der Charaktere

1. Krankheit:

- Kopfschmerzen,

- Verfolgungswahn Wilhelms und des Ehepaars Scholz ("Ihr habt euch alle gegen mich verschworen" (Fr. Scholz); "Ihr versteht mich nicht" (Dr. Scholz)) , Sarkastsiche Abartigkeit Roberts

- allg.: Psychopatholgie des Alltags

2. Personenkontellationen:

Die Fremden (Frau Buchner, Ida), die Familie (Frau Scholz, Auguste), die Heimkehrer (Dr. Scholz, Robert, Wilhelm)

Auflösung der Familie, die de facto gar nicht besteht: Dr. Scholz akzeptiert nur Fremde

die Ehe ist entfremdet: das Nicht-Passen wird als Bildungsunterschied, Milieuunterschied und Altersunterschied (16, 40) beschrieben (Frau Scholz kommt aus bescheidenen Verhältnissen)

ABER: Vereinzelung aller treibt sie gerade wieder in den Familienzusammenhang zurück

3. Vererbung und Milieu

Robert: "Produkt der Narrheit des Vaters", "von Grund auf verpfuscht"

Wilhelm: "von Kindheit an ein Taugenichts"

Internaliserung der Erziehung: "Ich werd ihm zeigen, was ein Taugenichts kann"

Auflehnung gegen den Vater, ist die Auflehnung gegen eine vergegenwärtigte Vergangenheit

aber auch: Vererbung als Willkürschicksal; das Hereinbrechen der Katastrophe (während des Spielens von "Alle Kinderlein kommet ..zum heiligen Vater") geschieht unmerklich und wieder sprachlos.

4. Zeit:

Vergangenheit: die eigentliche Handlung ist bereits vergangen (Schlagen des Vaters, die Erziehung, die Heirat, die Verlobung)

Frage: warum mußte die Ehe unglücklich sein?

Sühne = Befreiung von einer unverstandenen Vergangenheit

4. Inkonsistenz und Schicksal

Robert: Vater ist schuld und Wilhelm Auflehnung ist schuldig

-- Heuchelei

Motivierung der Katastrophe bleibt dunkel

5. Christliche Moral:

"Auf Schuld folgt Sühne, auf

Die letzte Frage Augustes: "Wer ist Schuld?"

Versöhnung findet sprachlos statt: Ist Friede nur in sprachlosen Dimensionen möglich oder zeugt dies von der Sprachlosigkeit der Charaktere?

5. Ehedrama:

Vater: Tyrann und unverstanden, Sonderling, Kind, will "Verständnis", weltmännisch? (kommt zurück und will den Mazze spielen, legt sich aber gleich ins Bett, auch: Szene: Robert oder ich), Idealist (Barrikadenkämpfer von 1848)

eigentlichen Konflikte bleiben abstrakt und unvollkommen

Buchner: "Im Dienste einer höheren Sache"

Willen, Hoffnung, Liebe sind zu schwach gegenüber Schicksal, Verzweiflung, Haß

Charakterisierung der personae

Zitate:

- Frau Buchner: "hochmodern und geschmacklos"

- Ida: "stillvergnügtes, eine verschleierte Heiterkeit und Glückszuversicht"

- "vergangene Zeiten" (Fr. Scholz)

- Rührung beim Angedenken an die "Anfangszeiten" (Buchner)

- "[Wilhelm] leidet an der Erinnerung furchtbar"

- Ehe: "keiner hat sich da reinzumischen"

- "Ja, es sind Klüfte" (Selbsstilisierung)

- Wille vs. "man mag hundertmal wollen, und es bleibt doch alles beim Alten" oder: "der Wille ist ein Strohalm"

- Taugenichts oder selfmademan?

- Hoffnung vs. "nichts verreden"

- Frau Scholz zu ihrem Mann: "Was hast du mir für Kummer gemacht, die ganze Zeit" (obwohl sie ihn gar nicht gesehen hat!)

- "Auf Schuld folgt Sühne, auf Sünde folgt Strafe" (Dr. Scholz)

- "Schickung" (poistiv; Fr. Buchner)

- Auguste zum Wiederkommen des Vaters: "Als wenn ein Toter nach Jahren wieder aufsteht. Ich hab Angst. Mama"

- Robert (selbsreflexiv), aber Martyrernimbus: höchste Selbststilisierung und Selbstgerechtigkeit, spielt nur Komödie, ist ihm bitterernst!, von anderen: Maske bitte ablegen! Robert: "Weihanchten,...nichts als eine plumpe Lüge"

- Fr. Buhcner: "..im Dienste einer bestimmten Sache" (Vorgeschichte ist doppelt: die Friedensarbeit Fr. Buchners und der Familienfluch)

- Robert: "sich auf seine eigene Art zu vergnügen" (auch auf Kosten anderer: Wurschtigkeit)

- Rückzug der Nitzsches (!)

- Stilisierung des Wilhelminischen Kampfes durch Fr. Buchner: er hat einen großen Kampg gekämpft,...mit dem heißen Wunsch nach Aussöhnung" (obwohl sie die "Fehlung" Wilhelm gar nicht kennt, welche er erst später erzählt) -- Lügenzusammenhang

- "Sie müssen sich vor ihrem Vater erniedrigen, erst dann können sie sich wieder frei fühlen" (Fr. Buchner) = Motto des Stücks, da deswegen die Aussöhnung auch nicht funktionieren kann: nur selbstbsetimmte, freie Mesnchen können Frieden wagen

- Psychologismus: Wilhelm (auf die Siirn deutend). "Da ist kein Stillstand! Schicksale in Sekunden! Mich selbst fürcht?ich! Vor sich selbst auf der Flucht sein: kannst du dir davon einen Begriff machen?"

- "Ich sehe auf einmal wieder Zweck und Ziel. Ich bin ganz konfus" (Wilhelm)

- "Alles ist geworden"

- Wilhelm Deklaratorisch: "Und nun ist Friede" (innerer Friede, Nachlassen des Wahns)

- Erschlafen, Aufwachen (Ida über Wilhelms Aktionismus)

- Das Geschenk stammt vom toten Vater Idas

- zum "O Kinderlein kommet": "Blasphemie", "Teufel"

- Scholz ist der Herr im Haus und geht und stirbt! : "Nicht schlagen! Nicht - wieder - schlagen" (Traumatopos).

- "Jeder Mensch ist ein neuer Mensch" (Robert zu Wilhelm: "Aber du mit Vater") vs. "man muß nicht Dinge leisten wollenn, die man seiner Naturanlage nach nun mal nicht leisten kann" (Wilhelm)

- "Fleischgewordene Widerspruch" (Robert zu Wilhelm)

- Robert: Flucht

Das Liebesverhältnis: Ida Reinheit soll Wilhelm reinigen (vgl. Helenes Wunsch durch Loth befreit zu werden)

Ida hat Vertrauen, Wilhelm ist fatalistisch.


Vor Sonnenaufgang:

1. Zeitgenössische Kritik: Handlung ist Null, roh, banal, , gemein

Drama in der Nachfolge Ibsens


2. Das Stück in sozialer Dimension:

- Nennt die Paupersierung der Arbeiter zugunsten der Bauern und Neureichen ("moderner Luxus auf bäuerischer Dürftigkeit")

- Arbeiterlelend nur peripher: Helenes Furcht vor den Bergleuten, Loths "Verkehrtheiten", Arbeiterklasse wird selbst nicht thematisiert, sondern ist nur der Rahmen -- Loths eigentlicher Bezugspunkt sind nicht die Arbeiter, sondern die Familie Krause


3.Der Fremde als Motiv und Handlungsmoment:

- Enthüllung gegenüber Loth ist die Entwicklungsgedanke des Dramas

Loth als Katalysator oder treibendes Moment?

er ist nicht bloßer Spiegel der Verhältnisse, sondern auch auch dramatisch eigenständig

funktionale Rolle --


4. Ökonomische Verhältnisse und Vererbung

Thema: Sozialisierung der Vererbung, ungesellschaftlich-biologistische Auffassung (keine klassenmäßige, soziale Dimension)

Vererbung ist nur möglich in einem bestimmten Milieu; deswegen will Helene weg und deswegen flieht Loth auch

Herrenhut: Ort des Geistvollen-Alkoholfreien

Milieu: dekandent, neureich, ehehbrecherisch, verfallen, morsch

dagegen die Fremden: Helene (aufgewachsen in Herrenhut) und Loth


5. VS - eine Liebestragödie, Loth und Helene?

Gegenseitiges Interesse:

Helene: Selbstbezüglichkeit, interessenloses Bildungsideal, Loth als Rettungsanker

Selbstbeschränkung

Loth: unschuldiges Wesen

Komplementarität zwischen Loth und Helene (Dialogstruktur in der Scheune)


Loth: Verkehrtheit des Milieus Grund Sollen/Veränderung der Verhältnisse

Helene: Geistlosigkeit des Milieus Faktum Wollen/Flucht vor den Verhältnissen

Loth: Glück aller Politik positives Ideal

Helene: Eigenes Glück Moralkritik negatives Ideal


6. Wissensbegriffe im Unterschied:

Loth Hoffmann Helene

Aufklärungsideal. Wissen, um Praktisches Wissen Wissen als Kontrapunkt zum Milieu ("Medizin")

zu beglücken

Helene will Superiorität, Loth will Aufklärung und Befreiung, Hoffmann Nutzen


7. Veranlagung und Moral

Loth über sich: "kein Verdienst, ich bin eben so veranlagt"


Selbstbeschränkung Helenes in Handlungsalternativen: Freiwillige Abhängigkeit

Mechanik von Determination erzeugt Fatalität:

- Milieu -- Geistlosigkeit und Öde

- Selbstbeschränkung

- Vererbung erworbener Eigenschaften

Das Soziale ist detreministisch über die Verebung von Verfallserscheinungen, für die Dekadenz und die Verkehrtheit der Verhältnisse der Spiegel sind.


Die Vereinzelung durch den Alkoholismus

Entzug dem zwischen menschlichen Bezug durch das Laster

Wirklichkeit wird als Schicksal, als erratischer Block von unentrinnbaren Gegebenheiten gesehen.

- Freundschaft vs. Geschäftssinn: Mißtrauen Hoffmanns, als er von den Plänen Loths erfährt

- Hoffmann, Loth und Schimmelpfennig: Neureichen gegen gebildeten Proletarier: Pragmatismus ("praktisch, praktisch..muß man verfahren") und Idealist ("sine qua non", nicht Menschen, wie sie sind, sondern wie sie sein sollen; Loth über Kampf um Rom; Vorbildfunktion)

- die Leere des Praktischen und Vorbildhaften: Loth erkennt dies in der Verkehrung, kann es aber nicht praktisch umsetzen -- doktrinär beschränkt

- Arbeiter fungieren als Bedrohung am Rande (Angst Helenes)


- Gestik Helenes, fragmentierter Stil

- Ehebruchsmotiv


Die Kunst - ihr Wesen und ihre Gesetze (Arno Holz)

(siehe unten)




Vererbung

in Vor Sonnenaufgang

- als Symbol für die Verhaftetheit der Gesellschaft an alten Moralvortsellungen (Gespenster)

- als Symbol für den Gegensatz von Individuum und Gesellschaft: Gesellschaft reproduziert sich über ihre Normen durch die Indiviuen, die ihnen verfallen zu sein scheinen

- als Symbol strenger Kausalität -- Schicksal als Determinismus oder Fehlen von Willensfreiheit -- Ohnmacht

Kerngesundheit von Loths Vorfahren vs. degenerierte Bauernmilieu (Bär, Kahl, Krause)

Dr. Schimmelpfennig als Aufklärer über die vererbungszusammenhänge

Totgeburt -- Aussterben des Bauerntum, Symbol seines moralischen Verfalls

Helene erblich belastet?: Tod weist darauf hin: die schwachen müssen sterben


in Friedensfest

Scholz ähnlich Alving: Sonderling, weitgereist, trunksüchtig

Kinder als Abbilder der Eltern

Erziehung nicht als Modifiaktion, sondern Verstärkung der Vererbung (ja vielleicht: Milieuersatz)

aber: Vererbung (Determination) verliert an Kraft, Schicksal an Bedeutung

Ida: Reinigung durch Vermischung

In Gespenstern

Darwinistisches Gleichnis (Kerr)

In Nora: Dr. Rank muß für das ausschweifende Leutnantsleben seines Vaters büßen = Oswald für Alvings Leben

a) Persönliches Schicksal:

Oswalds Tod: nicht durch eigene Schuld ("von Geburt an was Wurmstichiges")

Vater war vor seiner Geburt "ein gebrochener Mann"

auch Regine ist "bedroht": Engstad will sie als GoGoGirl in einer Seemannskneipe verdingen

Anbeorene Lebensfreude Alvings (er konnte nicht anders)

b) Gesellschaftlich-moralisches Schicksal

ausgestorbene Ideen geistern weiter in uns (Frau Alving)


Schicksal als milieumäßige und biologische Determination gesetzt gegen die Willensfreiheit (Frau Buchner)

Drei Verhalten:

- Versöhnung mit dem Schicksal: Findung

- Kampf gegen das Schicksal (Helene, Wilhelm, Frau Alving)

- Resignation (Oswald)

Es sind die schwachen Menschen, die vom Schicksal zermalmt werden, die Opfer der Sklavenmoral oder die ideologisch Gläubigen (Hedwig, Helene)


Schuld: keine externe Relation (Individuum vs. gesellschaftl. Moral), sindern ein Selbstverhältnis

Schuld ist keine moralische Eigenschaft mehr, sondern eine kausale




A Brief History of literary Naturalism


Andere Bezeichnungen der Zeitgenossen: Moderne, Jüngstes Deutschland, Sturm und Drang

Einfluß: Rußland (Tolstoj, Dostojewski), Frankreich (Zola) und Norwegen (Ibsen, Björnsen)

Das Soziale: Aufgreifen zeitgenösssicher Themen:

- Dissozierung der Familie

- die Frauenfrage

- Mechaniserung des Lebens

Liebe als Trieb, Willen als Dogmatismus

-- Entlarvungskunst

Realistenprozeß gegen Conradi, Alberti und Walloth wegen Verletzung des Schamgefühls

Sprache: Dialektal, prosaisch, umgangssprachlich, nonverbale Elemente

Realismus meinte sowohl sozialen als auch psychologischen Realismus (Stimmungsnaturalismus): begrenztes Personal, geschlossene Dramenform (inheit von Raum und Zeit)

analytische Technik und Nietzscheanischer Zeitbegriff:

Wiederkehrgedanke, Geschlossenheit, Vergangenheit wirkt unmittelbar (die absolute Nähe)

1889 Gründung der Freien Bühne durch Hauptmann, Otto Brahm und Holz und Schlaaf

Bühnengründungen: Akademisch-dramatischer Verein (München), Freie Volksbühne (Berlin)

Julius Hart in "Kritische Waffengänge" (1882)

Carl Bleibtreu in "Gesellschaft" in München: Geschichtsdramen

Zola: Kunst als "coin de la nature, vu travers un temperament"

Holz in "Kunst- Ihr Wesen und ihre Gesetze": Kunst = Natur - x, wobei

- Natur variabel ist

- x stets unter dem geseichtspunkt historischer Reproduktionsbedingungen und deren Handhabung" steht

"Kunst hat die Tendenz wieder Natur zu sein"

Die Formel beansprucht also universelle Gültigkeit!

Holz und Schlaaf: "Familie Selicke" (1890 auf der "Freien Bühne")

Wirkung: "Stimmungskraft der Rührenden" und nicht Nachzeichnung des Wirklichen

Anzengruber: "Das Vierte Gebot"; Wiener Volksstücke

Moralkritik als Gesellschaftskritik

Berliner Kreis: Max Kretzer, Mackay und Julius Hart ("Der Sumpf": realistischer Maler und die femme fatale der Großstadt [Hure Babylon]; endet im Selbstmord)

Hermann Bahr: "Die neuen Menschen": Sozialismus- Hoffnung und Dirnenkult (Sozialistenpaar und Hure)

Hauptmann: "Vor Sonnenaufgang" (uraufgef.: 20. 10. 1889) in der "Freien Bühne" (eröffnet mit Ibsens Gespenstern; Verbindung: Enthüllungstechnik und Vererbungsgedanke)

Friedensfest ("bedeutenster Beitrag zum Naturalismus")

Hermann Sudermann: "Die Ehre": Heimkehrer, der dem Milieu entwachsen ist und nicht mehr zurückfindet (Entwurzelungsgedanke): Vorderhaus vs. Hinterhaus



Begriffsklärungen


Konversationsstück: Pointenhaftes Stück, gepflegte Unterhaltung, wenig Handlung, viel Dialog

Sekundenstil: Atomisierung und Verlangsamung (Zeitlupe) der Handlung durch Regieanweisungen, paraenthetischer, abgehackter Stil, alle Einzelheiten werden dargestellt

Mechanistische Auffassung von Handlungen, Präzsision, Objektivität

Schicksaltragödie:

Mythos -- Unentrinnbarkeit der Zeit selbst, Vergangenheit als das Ewig Gegenwärtige

oft: nur Athmosphärisch

Inneres Drama oder Seelendrama:

Leben und Geist identisch (Geistigkeit ist das tief verbindende Fluidum und damit die Verbindung aller Menschen)

Geist ist selbst ein dramatischer Prozeß, er braucht nicht unbedingt verbalisiert werden

Negation der Tat: Handlungen haben einen anderen Bezugspunkt als Wirkungen und Intentionen von Sprechakten.

"Umeinander winden" ist die soziale Bewegung der Menschen

- Im Sozialen fallen Komplexität der Wirklichkeit und Charakter (Adäquatheit) zusammen; das Soziale ist die Bewegung des Lebens selbst

- das Soziale als Volksseele, als Vorfinden eines Wesentlichen und Geistigen

Hauptmann - der Dichter des sozialen Mitleids oder Der Dichter "mit dem Zwangsgedanken sozialer Gerechtigkeit"?: keine Revolution, keine Politik, Auflehnung gegen die Seelenverletzung des schwächeren Volksteils als "heimliches Trauma"

Analytisches Drama:

Problem: keine Episierung des Drama,

Epos: Vielfältigkeit des Stoffes

deswegen Goethe Forderung nach: Exposition schon Teil der Entwicklung

Stoffwahl: "Alles ist schon da, und wird nur herausentwickelt" (Einbau der Exposition in die Dramatik)

John Gabriel Borkman: Hermetik des Landhauses mit Ella (Schwester Ellas), seine Frau Gunhild und John Gabriel

Vergangenheit: Liebe zu Ella, aber Heirat Gunhilds wegen Bankkarriere (Unterstützung Hinkels, der um Ella warb, die ihn aber abwies), Denunziation durch Hinkel (der hinter der Abweisung Borkman vermutet), Gefängnis, Sohn bei Ella

Vergangenheit: nicht als Einzelerlebnisse oder Motive, sondern die Zeit als ganze ("das Leben", "verfehltes Menschenleben")

Gefängnis -- nicht Freiheit, sondern Tod

Vergangenheit nicht Funktion der Gegenwart, sondern Gegenwart ist nur Anlaß der Heraufbeschwörung

Zeit: entweder Ereignisberichtetes oder Funktionalisierung

Im analytischen Drama:

- als Leitmotivtechnik

- oder als Vererbung (Schuldgedanke Oswalds)

Bruch eines Bündnisses zweier "Geheimnisträger" in der Handlungsgegenwart:

Tönnessen und Bernicke ("Stützen"), Nora und Krogstadt ("Nora")

Schicksalzusammenhang: öffentliches Ansehen und moralischer Rigorismus

Familie als Fortsetzung des Arbeitslebens (moralische Normen): Erpressung kann nur aufgrund des moral. Rigorismus entstehen, und dieser droht die Ehe zu zerstören

Verlagerung vom singulären Ereignis (Heirat, Schlagen des Vaters, Kreditaufnahme Noras) auf die Zeit ("das ganze verpfuschte Leben")

Deswegen kann der Konflikt auch nicht durch ein Ereignis (Vertragen, Geständnis, Trennung) gelöst werden

Das Skandalöse wird in das Schicksalhafte umgebogen: Verdinglichung der Zeit.

Fatalismus in den Gespenstern: Pfeife des Vaters, dies fatalis des 10. Todestages, Brand des Asyls

Warum Rücknahme des Skandals durch private Konsequenz (Selbstmord, Gehen)?

Hervorhebung der Lebenslüge vor dem öffentlichen Skandal (Theater als moralische Anstalt)

Skandaldrama -- Fataldrama




Szondi- Theorie des modernen Dramas


Form und Inhalt: Identität oder Dialektik

formale Aussage und inhaltliche Aussage

E. Staiger: drei Ekstasen der Zeit, lyrisch, episch,

Drama ist absolut: Abwesenheit eines übergreifenden Ichs; Entscheidungen sind Teile von Handlungskosntellationen und Charakterintentionen, -- Drama ist geschlossen

Passivität des Zuschauers: er ist nur über die durch die Handlung evozierten Affekte angesprochen, nicht direkt angesprochen

Drama ist primär: Drama stellt selbst dar, ist nicht Abbild von etwas Darzustellendem (Abwesenheit des Zitats)

Drama ist absolut gegenwärtig: Zeit ist immer Gegenwart, Selbststiftung der Zeit -- ZeitEinheit des Dramas

Drama ist absolut motiviert: Ausschaltung des Zufalls und Motivierung der Handlung (Lessing)

Krise

Hereinbrechen der offenen Form

als Begreifen neuer historischer Wandlungsprozesse

analytische Technik: nicht Furcht vor dem Geschehen, sondern, daß "etwas geschehen seyn möge" (Schiller)

"Exposition der Konflikt ist schon Theil der Entwicklung" (Schiller)

eigentliche Handlung ist schon geschehen, dadurch ist zusammengesetzte Handlung möglich, die der Tragödie widerspricht (Entwicklungsgedanke)

John Gabriel Borgmann: Zeit wird selbst zum Thema

- Flucht aus dem Gefängnis der Vergangenheit

- Vergangenheit ist aber nicht mehr Funktion der Gegenwart (wie im Ödipus), sondern

- Gegenwart ist Anlaß zur Heraufbeschwörung der Vergangenheit (absolute Vergegenwärtigung)

- Verinnerlichung der Vergangenheit : Leitmotivtechnik, wo das Gleiche in immer neuen Formen auftritt, Symboltechnik

Glasklirren in den Gespenstern

Tragik ist nicht der Tod, sondern die verinnerlichte Gegenwart der Vergangenheit


Dramatisches

Zwischenmenschlichkeit -- entfremdete Objektivität

Determination vereinzeln die Subjekte

Loth, das epische Ich, als der Femde, der Wissenschaftler, der dem Milieu ditanziert gegenübersteht, er hat nur funktionale Rolle

Anlaßgebundenheit der Handlung

Thematische Verbrämung des Epischen

Episches Ich wird in der objektiven Sprache des Naturalismus vorausgesetzt

Drama als

(1) gegenwärtiges

(2) zwischenmenschliches

(3) Geschehen

wird im Nat. fraglich

bei Ibsen: Gegenwart -- Vergangenheit selbst oder Gegenwart als Heraufbeschwörung der Vergangenheit

Zwischenmenschliches -- Innerlichkeit (Friedensfest) oder Außermenschliches (Vor Sonnenaufgang, Weber, Biberpelz)

Neue Subjekt-Objekt-Relation: Charakter und Handlung sind jetzt Enthüller und enthüllte Vergangenheit

Relativierung der Absolutheit von (1) bis (3) durch Subjekt-Objekt-Diemsnionierung

Problem: Darstellung der verinnerlichten Vergangenheit (Ibsen), Darstellung der Milieu durch Handlungen (Hauptmann)

Widerspruch zwischen epischer Thematik und dramatischer Form


Naturalistisches Drama als Rettungsversuch

Flucht in die fremde Gegenwart

Flucht aus der Zeit als Archaisierung der Zeit

Sozialer Abstand des nat. Dramas: Mitleidsdramatik als Distanz zum Gegenstand

Identität von Personal, Zusschauer und Dichter durch gleiche Nähe zum Dargestellten (Projektionen des historischen Subjekts)

Soziale Drama ist der Selbstreflexyionsprozeß des Bürgertums über sich selbst

Die Entfremdung der Personen voneinader drückt die Entfremdetheit der Bürger voneinander aus

Milieu: ist nur dem Dichter vollends zugänglich -- Episierung, um die Dissozation wieder aufzuheben


Brechts Gegenüberstellung von Naturalismus und (Sozialistischem) Realimus und seine Kritik am Naturalismus

- Selbstverliebtheit des Spätbürgertums in ihren eigenen Untergang (Mehring, Lukacs)

- Ästhetisierung der Politik (Benjamin. Lukacs)

- Schicksal sei die ideologische Versachlichung des Verblendungszusammenhang, in dem die Subjekte stünden (Lukacs). Dafür spricht auch die fatalistische Geschlossenheit der Thematiken und Mittel

Brecht:

NATURALISMUS REALISMUS

- Gesellschaft als Stück Natur

- Ausschnitte aus der gesellschaft

(Familie, Schule) sind Welten für sich

- das Milieu

- Reaktion der Individuen

- Atmosphäre

-. Mitgefühl, Mitleid

- Vorgänge für sich selbst

- das Detail als Zug

- Sozialer Fortschritt empfohlen

- Kopien

- Zuschauer als Mitmensch

- Publikum als Einheit

- Diskretion

- Mensch und Welt,

vom Standpunkt des einzelnen


Kritik: Beschreibung der schlechten Verhältnisse, wie sie sind ohne

- Klärung deren Entstehungsursachen

- deren Veränderbarkeit

-- Verewigung der Verhältnisse





 
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