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Dadaismus
Freigegeben von: Wolfgang Melchior
Der Dadaismus


Die Krise der Literatur:

Drei Wege:

1.) Politisch-revol. Richtung: Mühsam,
Toller

2.) l´art pour l´art: Ästhetizismus:
Hans Arp

3.) Dekonstruktion: Zerstörung
traditioneller Sprache zum Aufbau einer neuen Sprache, die zur
Essenz der Dinge vorstößt: Hugo Balls Essentialismus

a) Bedeutung: Zerstörung des
Satzes

b) und sogar: Sinn: Zerstörung
der Sprache und der Worte

Zwei gegensätzliche Konzepte

Hugo Ball

"Alle Dinge sind nur noch in
der Zersetzung denkbar"

1. Phase:

Preisgabe des Satzes: Herauslösen
der Worte (Isolierung = Freiheit)

und Preisgabe des Wortes, die nur
noch als Vokalbel stehenbleibt

-Simultangedicht (=Lautgedicht):


-Stimmorgan vetritt die Individualität

- Verschlungenheit der Individualität
mit dem mechanistischen Prozeß

- Kunst nicht Selbstzweck, sondern
Weltverständnis

- Laut ist der letzte Bezitrk der
Sprache der nicht präformiert und besetzt ist

- dionysisches Element:

* Glossolallie ist die rauschhafte
Verzückung, göttliche Entrücktheit

* Laut ist die ürsprünglichkeit

Die Wortmystik: Glaube an etwas ursprünglich
Reines (Kindervorstellung)

"Wortalchemie" (Ball)

Einheit von Sprachskepsis und Sprachglaube:
vollendete Skepsis bringt vollendete Freiheit, die im Chaos mündet.
Aus Chaos entstehen "Grundbilder", die den Glauben an
das Wort und durch das Wort wiedereinesetzen


Beispiele: Gadji beri bimba, Die
Karawane

2. Phase:

Religiöse Gedichte, Mystizismus

Historische Themen: "Die Folgen
der Reformation", "Kritik der deutschen Intelligenz"

Ziel: Desavouierung des protestantsichen
Preußentums als Inbegriff von Systematik und der Katholizismus
als barocke Lebensbejahung.

Magische Bennung --> Quasi-Identitäten
schaffen (Nominalismus)

Drei Dinge der Kunsterschütterung:

- der Massenmesch

- Entgötterung der Welt

- Auflösung des Atoms in der
Wissenschaft

--> Verschwinden von Sinn

nicht lingua adamica, sondern lingua
divina: Versubjektivierung der Sprache.



"Flucht aus der Zeit"

Die Trennung von Ich und Gesellschaft
= Künstler und Gesellschaft

Betrug als Selbsterhaltung (gegen
den Expressionismus):

Der Künstler betrügt sich
selbst, wenn er für alle spricht

Gestalten = sich abgrenzen gegen
das bereits Gestaltete

Bilder der freischaltenden Imagination
(Surrealismus) sind bereits gestaltet --> Täuschung der
Ursprünglichkeit

Kritik am Expressionismus: Abstraktheit
wird mit Primitivität verwechselt

Freiheit mit Herrengestaltungswahn

doch: auch der DADAISMUS kann sich
dem Gestaltungswahn nicht entziehen: "Dichten wird das Leben
täglich um, Neuschöpfung!

Alle Dinge sind nur noch in der Zerssetzng
vorhanden


Simultangedicht: nimmt diesen Zersetzungsgedanken
ernst und wendet ihn gegen sich selbst

"Wert der Stimme": "..zeigt
die Verschlungenheit des Menschen in den mechanistischen Prozeß"

Sprachskepsis = vollendete Freiheit:

Futurismus: Befreiung des Wortes
aus dem Satz

Dadaismus: magische Erfüllung
der Vokalbel, die einen neuen Satz beschwört, Preisgabe des
Wortes, Ruckzug in die Alchemie ds Wortes

Rimbauld: Patron unserer vielfachen
Posen, Stern der ästhetischen Desolation

Lautgedichte: nach musikalischen
Gesichtspunkten konstruierte Verse


2. Hans Arp

Spielerei

lárt pour l´art

romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen:
verzauberung durch das erratische Wort

Wohlklang und Harmonie

"Kaspar ist tot": romantische
Vokabeln: idyllisch, Naturmetaphern


3. Hans Serner - die Künstlerproblematik

Mottos in Letzte Lockerung

"Jeder sein eigener Papst"


"Die Welt will betrogen sein.
Sie wird aber sogar ernstlich böse, wenn du es nicht tust"

"Banalisiere immer"

"Dramatisiere nie"

"Vereinfache immer"

Gegensatz von Ich zu

- Gesellschaft als dem Anderen

- der Welt, die sich dem Erkennen
widersetzt ("Die anderen sind die Unfreiheit")

Zuwendung zu Verbrechern: nur durch
Verbrechen wird die Gewalt des Staates gebrochen, nur dadurch
wird keine Pflicht anerkannt

Außenseitertum soll die Entfremdung
stilisieren

Kunst muß auf ihre Authenzität
hin überprüft werden


Abgrenzung:

"Frechheit als Waffe" oder
die Funktion des Publikums:

a) einmal als Objekt des Skandals,
der Zuschauer nicht mehr als Konsument, sondern als Opfer seiner
eigenen bornierten Kunstrezeption

b) als Gegenstand der Abgrenzung
des Künstlers: Demonstration der heroischen Hermetik des
Künstlers

c) als Instrument küstlerischen
Chaos: lancierte Falschmeldungen, gefakte Club- und Vereinsgründungen
--> Öffentlichkeit wird selbst zum Mittel der Selbstdarstellung




Protest: sprunghaft, unberechnebar
und permanent

Rauschhaftigkeit des Ausbruchs


DADA als Vereinheitlichungsbegriff

1.) DADA als Dekonstrukteur und Sprachkritiker

Betonung des Individuellen vor dem
Allgemeinen:

des Wortes vor dem Satz und der Syntax,
des Buchstabens vor dem Wort, des Klangs vor dem Zeichen

Befreieung der Referentialität
der Worte:

- auf bestimmte Gegegnstände

- auf Gegenstände überhaupt

Fallenlassen der Worte: Worte -->
Laute (Vers ist eine Gegelegenheit möglichst ohne Sprache
und ohne Worte auszukommen)

Worte sind keine privaten, sondern
öffentloche Angelegenheiten


Sprachkrise

Sprache nicht mehr als ästehetisches
Gestaltungsmittel, sondern als Konstrukteur von Welt (Ausdruck
des Erkennens)

Sprache als System von Normen nicht
mehr als Gestaltungsmittel wird zum Hindernis des Eigentlichen

Nietzsches Begriffskritik: Begriff
ist die Wiederholung des Gleichen als Vereinnahmung des Verschiedenen

Sehnsucht + Skepsis = Mythos

DADA ist:

-präsentistsich

- indifferent: offen für Vielfalt

- ich-unmittelbar

- ihrem Material und nicht der künstlerischen
Ausdruckswillen gerecht ("magische Vokalbel")

- ein Akt des Entstehens und nicht
sein Resultat ("aus dem Nichts")

- Deviativ: Abweichung vom allgemeinen
Verwednugszusammenhang entweder durch Rekombination von Bekanntem
oder Atomisierung --> Mythos des Neuen und

DADA als Kritik am System (negativ)
als auch Ausdruck einer Unmittelbar (Schöpfergott), ein Weiter
und ein Zurück zum Primitiven

-

Das Material für die Kunst ist
beliebig, es muß nur geformt werden

2.) DADA als Antikunst

2.1. Antiexpressionistische Kunst:
gegen die Verinnerlichung des Ausdrucks


3.) DADA in der Zeit:

3.1. Aktionskunst als antihistoristische
Kunst



4.) DADA und der Künstler

Cabarett Voltaire steht in der Tradition
der Künstlergesellschaften

siehe Kritik Hülsenbecks: Salon
für kunstbeflissene Bourgeoisie

Unwillkürlichkeit der Worte
---> Surrealismus und escriber automatique


Wortkunst

künstelerische Logik, vs. Verstandeslogik

Wort vs. Satz: Wort als Konnotat
vs. Wort als Funktion

Frage: subjektive Anordnung und Auswahl
-->Willkür und Zufall

Kunst ohne Adressat und Interpretation:
Dichtung ist die Sichtbarmachung von Bildern, nicht deren Vermittlung
(Walden) =>

a) Wittgensteinscher Gegensatz von
Zeigen und Sagen: Sinn ist in actu

b) Voraussetzung: Offenbarung

Walden, Herausgeber des "Sturm":

Matrial der Dichtung ist das Wort,
Form ist der Rhythmus (anstatt Metrik)

Rhythmus ist die Bewegung des Gedankens
- Der Gedanke ist in Form eines Bildes vorrätig

Gleichnis ohne Rücksicht auf
die Erfahrungswelt ("höhere Form")

Das Bild als



Tonkunst vs. Dichtkunst

Tonkunst benennt das Material eindeutig

Die Entstehung des Wortes DADA

- in einem Gedicht Balls von 1914:
Verdoppelung von dort/da

- Pluralität und Universalität:
in mehreren Sprachen verchiedene Bedeutungen

- viele Erfinder: Hausmann (Am Anfang
war DADA)


Geschichte

1. Kunst

1908 Kandinsky abstraktes Kunstwerk,
Kubismus

Worringers "Abstraktion und
Einfühlung"

1909 Futuristsisches Manifest

Expressionismus und der "Sturm":
Rhythmus als Bewegung des Gedankens, Gedanke als Bild und der
Rhythmus ist dessen Ablauf

1911 Salon des Independants von Picabia
und Duchamps

Kasimir Malewitsch: Suprematismus
und die Theorie der gegenstandslosen Empfindens, keine Welt als
Wille oder Vorstellung


5.) DADA und Nietzsche

I.) Futurismus und Marinetti als
Vorstufe des Dadaismus

1. Befreiung der Worte aus dem Satz:
Zerstörung der Syntax, zufällige Anordnung der Substtantive,
keine Zeichensetzung (parole la liberta)

2. Analogie als Zeichen der Zeit:


a) Erhöhung der "Fluggeschwindigkeit"
--> Verschmelzung von Bild und Gegenstand und dessen Wiedergabe
in einem Wort (keine Partikel wie, gleich usw.)

b) Polyphonie und Simultaneität
der Welt

3. Dichtung ist ein engmaschiges
Netz von Bildern komprimiert in Worten

4. Prinzip der größtmöglichen
Unordnung

5. Zerstörung des "Ich":
Mensch als museales Wesen --> Mensch als lyrische Besessenheit

6. Intuitive Psychologie der Materie:
nach dem Menschen als Lebewesen kommt der Mensch als Maschine
als Ersatzteillager

der futuristische Held ist der Nietzscheanische
übermensch

II.)


Dadaist als Anarchist

1. Außenseiterexistenz innerhalb
der bürgerlichen Gesellschaft

2. Negation und Destruktion von Normen:
Normverstoß als Selbsterhaltung, da Normen Verständigungsmittel
der bürgerlichen Gesellschaft sind

3. Selbststilisierung ---> Selbstbehauptung
innerhalb der Massengesellschaft


Bewegung und Stillstand

Ausgangspunkt: Im Fortschritt reproduziert
sich das Alte immer wieder

Bewegung per se wird zum Formprinzip:
Sprunghaftigkeit, Skandal

Schöpfermythos als Vitalismus:



Historische Wurzeln

Bohemekunst

Großstadtmilieu als Nährboden:

Marginalisierung des Künstlers
und Ausdruck seines Selbstbehauptungswillens

große Gestaltungsmöglichkeiten
(liberale Moral) vs. Angst vor dem Verschwinden





Vitalismus:

Tod und Lebensmetapher


Kurt Schwitters:

Von vielen UrDADAS als Kleinbürger
abgelehnt

von Hausmann von Hannover nach Berlin
geholt

Merzausstellungen 1918/19

Gedichte:

Demontagetechnik: Versatzstücke
massenmedialer Umwelt neu rekombiniert

Verben werden substantiviert

Anna Blume:

- nicht Schock, sondern Verwirrspiel
mit barocker Liebeslyrik

- Wortinitiation: Auf einer Schiffsplanke:
"Anna Blume hat einen Vogel" oder Handtänzerin
eines Varieteés (Arnold)

--> Suche nach dem Referentiellen
war gewollt

- Anna Blume ist selbstreferentiell:
Geliebte meiner 27 Sinne = Alphabet

- Typographisches: Die Preisfrage
ist nach einem Syllogismus aufgebaut, der jedoch falsch ist

--> Kunst verweigert sich gegenüber
der Logik: alter dadaistischer Topos, daß "Kurzschlüsse"
nicht mehr funktionieren (Ball: "Alles funktioniert, nur
der Mensch nicht mehr")

- Komplemantarität der Farben:
rot-grün, blau-gelb

- Reimzwang

- Grammatikalismus: wie Schulübungen:
du, deiner, dich, dir...

- Drei Ebenen: Ich, Du, die Leute

- Verschmelzung der Person mit ihrem
Namen: du bist von vorne wie von hinten

übergang zum Collagismus:


"Untergrundgedicht"

Erinnern an Bennsche Großstadtgedichte
(Berlinzyklus)

Merz als Gesamtkunstwerk: Collagetechnik




En avant Dada (Richard Hülsenbeck)




"Und ich, der Allophage

verliebt in deine Heizanlage"



Die Einheit: Wort und Bild sind eins.
Maler und Dichter gehören zusammen


Bruitistsisches Gedicht: "Ende
der Welt", "Der Baum"


Welt in Auflösung, die nicht
mehr durch ein lyrisches Ich zusammengehalten werden soll und
kann --> Verselbständigung der Bilder gegenüber ihrem
Gehalt (futuristsische Tradition)

Essentialismus: "eine Trambahn
wie sie ist, die Essenz der Tarmbahn"

Simultangedicht

"Phantastsiche Gebete",
Regieanweisungen

Auflösung einer zeitlichen Ordnung

Verschlungenheit des Menschen in
dem mechanistischen Prozeß: Widerstreit der vox humana gegen
den Rhythmus der Welt

Kausalität --> Gleichzeitigkeit
großstädtischer Eindrücke:

Hintergrundrauschen, Stimmen

handelt vom Wert der Stimme gegenüber
ihrem Produzenten

aber "Sängerkrieg an der
Spiegelgasse" (Hülsenbeck)

Durcheinandrjagens aller Dinge

Klanggedicht oder Lautgedicht

"Krawane"

2. Ballsche Phase: Laut vs. semantischer
Gehalt

Theatralisierung und Lithurgisierung

Zufall, aber nicht Willkür als
Konstruktionsprinzip

Verse ohne Worte

Collagenkunst

Indifferenz des Materials -->
Gesamtkunstwerk

Aufgreifen von Vorgefundenem (Idiomatischer
Redewendungen: "Einzahl, Mehrzahl, Rübezahl) und deren
stereotype Parodie

Stereotypen oragnsieren nur mehr
Mikrokontexte, nicht mehr den Makrokontext

--> Kaspar ist eben tot (Verlust
des Transzendenten)

Verstzstücke und deren Materialen
verweisen noch:

- auf ihre Verwendbarkeit

- aber iher Heterogenität fügen
sich nicht mehr in einen Verwendungszusammenhang ein

Ready-made

"objet trouve" Deauchamps

Unsinnsgedicht (vor allem Arp)

"Pyramidenrock": Herr Je
das Nichts ist Bodenlos, Frau Je das Nichts ist unmöbeleirt"

"Die Wolkenpumpe"

Semantische Unverbindlichkeit



Ursonate:

Sonatenhauptsatzform

Exposition

Durchführung

Reprise


Unterschied zur Konkreten Posie eines
Gomringer und Jandl:

Nicht das Material selbst wird thematisert,
sondern noch als Gestaltungsmittel belassen



 
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