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Der aufgeklärte Absolutismus
Freigegeben von: Wolfgang Melchior
Der aufgeklärte Absolutismus


1.) Epochenüberblick:

1.1. Europa vor dem dem Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus:

1.1.1. Frankreich unter Ludwig XIV.
und die Reunionskriege:
- Devolutionskrieg gegen Belgien
- Krieg gegen Lothringen und dessen militärische Besetzung

2. Raubkrieg gegen die Geenralstaaten

Ziel. "Rückeroberung"
aller Gebiete Karls des Großen "legitimiert durch Reunionskammern

Frankreichs Innenpolitik:
Rekatholisierung des Landes
  • durch Benachteiligung der Hugenotten (Mischehenverbot, Berufsverbote)
  • durch Vertreibung der Hugenotten ab 1679
  • durch Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes von 1598 im Jahre 1685 (Heinrich IV. von Frankreich: Gewissenfreiheit, staatsbürgerliche Gleichstellung der Reformierten, Katholizismus als Staatsreligion)

    1.1.2. Die Spanische Erbfolge:

    Habsburg und Frankreich Ansprüche
    wegen dynastischer Erbfolge

    England und Holland sahen ihre überseeische
    Handelshoheit durch ein Zufallen Spaniens an eine europäische
    Mittelamacht bedroht

    Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1713:

  • 1. Plan Williams III. von England (Teilungsplan von 1698): Teilung Spaniens und Kurprinz von Bayern als Kronprätendant

    - neue Situation:
    a) Tod des bayer. KronprinzenJosef
    Ferdinand
    b) Karl II. von Spanien: Testament
    gegen eine Teilung. Ludwig XIV nimmt an


    Pietismus und Lutheranismus

    Protestantismus: hervorragende Stellung des Staates in klerikalen Angelegenheiten

    Das Prinzip des Terretorialismus:
    Leitung der Kirche ist keine spirituelle Frage, sondern eine Frage
    der terretorialen Macht und Integrität --> Landesherr
    ist nicht Notbischof, sondern Wahrer kirchlicher wie überhaupt
    religiöser Ordnung

    = Geistliches Regiment ist der
    Annex einer Terretorialgewalt


    Pufendorf zwei Thesen:

    1. Religionsfreiheit für jeden

    2. Beaufsichtigung der Konfessionen
    durch den Staat (Visitation, Inspektion = Ius circa sacra)



    2.) Die Priorität des Militärisch-wirtschaftlichen
    vor dem Religiösen: Klerus wird zum halbbeamteten Apparat

    Folge beider Tendenzen: "Steinkirchentum":
    Kirche zieht sich auf mystische und spirituell-scholastische Fragen
    zurück


    Pietismus:

    Speners "Pia desideria"
    von 1675

    Programmatik:

    1.) Subjektivierung

    2.) Aufgreifen von Problemen der
    Arbeitswelt: Erziehung zur Hygiene, schlichte Lebenshaltung

    3.) Armenhilfe (Francke)

    4.) Unabhängigkeit vom Staat:
    "weltweiter Reich-Gottes-Kapitalismus" Franckes

    2.) Der Begriff des aufgeklärten
    Absolutismus


    2.1. Gottesgnadentum und Souveränität
    (in nuce Staatsraison) - der Absolutismus


    2.1.1. Innenpolitik

    Herausbildung des Begriffes
    der Staatssouveränität durch Jean Bodin (in: Six livres
    de la République): Souveränität ist die "puisssance
    absolute et perpétuelle de la république"

    sie bedeutet:

    - unumschränkte Gesetzgebungsmacht
    (absolutistischer Legalismus)

    - Einheit von legislativer, exekutiver
    und judikativer Macht

    - da der souveräne Herrscher
    Gottes Abbild ist, kann er nur das Rechte wollen, weil Gott durch
    ihn will.

    - jedoch dadurch: Verantwortung vor
    den Gesetz Gottes und der Natur

    - Zentralismus: Zentralisierung von
    Macht

    Grenzen:

    - Organisationsgrad des Staates (Bürokratie,
    Provinzen)--> Deligierung von Macht an Zwischengewalten (Adel,
    Kirche, Städte)

    - Thronfolge/dynastisches Recht:
    Primogenitur, eheliche Kinder

    - christliche Gebote und die Selbstverpflichtung
    des Herrschers.


    2.1.2. Außenpolitik

    nach dem Westfälischen Frieden:
    Religion nicht als Impuls, sondern als Vorwand für einen
    "Staatsegoismus":

    - Expansionismus

    - Machtpolitik: Defektion als Erwartungszustand
    (Verträge sind Instrumente des Vorteils oder Höflichkeitsformeln),
    Nullsummenspiel (was dem einen nützt, schadet dem anderen)

    Absolutheit der Macht: bedeutete
    Unabhängigkeit von Ständevertretungen

    2.1.3. Merkantiles System (Colbertinismus)

    Reichtum = Besitz von Edelmetall
    (Gold)

    aktive Handelsbilanz: Exportüberschüsse:

    - Beseitigung von Binnenzöllen

    - Schutzzölle

    staatliche Wirtschaftslenkung -->
    Entmachtung der Zünfte durch Manufakturgründung bzw.
    deren Subvention

    Peupelierung: Geburtensteigerung
    und Einwanderung werden gefördert



    Naturrechtslehre: Grotius, Pufendorf

    Rationalismus: Leibniz, Wolff



    Gesellschaftl. Wandel:

    Beginn einer Auflösung der
    Ständegesellschaft:

    das preußische Landrecht: Adel
    noch der "Erste Stand im Staate", jedoch Adel war gebunden
    durch die Erlangung der höheren Offiziers- und Beamtenstellen
    durch Bestechung

    Geburtsstand --> Stellung im Staatsdienst

    Geburtsstand --> Qualifikation
    (meist universitär)

    Ausdruck der Säkularisiierung
    war die Bedeutungszunahme des Militärs (Offizierstracht Friedrich
    Wilhelms I.)

    allein der Bedarf an Offizieren führte
    zu einer Zunahme bürgerl. Offiziere (bes. im Siebenjährigen
    Krieg)

    dagegen Österreich: Bürgerl.
    im Offizierdienst wurden nachtr. geadelt


    Eine neue Öffentlichkeit und
    das neue Selbstbewußtsein der Intellektuellen:

    ´der öffentliche Vernunftgebrauch
    macht den einzelnen zum Weltenbürger gegenüber dem Staatsbürger,
    der den Privatgebrauch der Vernunft im Dienste desselben abverlangte
    (Kant) 1784

    Eindringen bürgerl. Intellektuellen
    in die Höfe

    Friedrich d. Große reagierte
    darauf: Gebildetheit wird zum Maß der Qualität eines
    Herrschers


    Aufgeklärter Absolutismus (Artikel
    in: Handbuch der politischen Ideen)

    AA ist ein Phänomen der zweiten
    Hälfte des 18. Jh.s

    drei Kräfte: die Freiheit des
    citoyen, die ständische Verfassung und der absolute Monarch

    1.) Das kontraktualistische Element

    Säkulariserung von Herrschaftlegitimation:
    Verantwortung vor Gott --> "rational erklärbares
    System sozialer und staatsrechtl. Formen" (v. Aretin)

    Selbstgeben von Herrschaft durch
    den freien Willen von Menschen

    Ziel: Wohlfahrt: "le bien-être
    du plus grand nombre"

    Staatsbürgerlichkeit: Fürst
    als Untertan des Staates

    2.) das paternalistische Element

    Friedrich II.:

    - Volk als "träge Masse",
    daher ist es nicht aktiver Entscheidungsträger, sondern Adressat
    obrigkeitsstaatlichen Handelns

    - organologische Metaphern:

    * Haupt und Körper als Monarch
    und Volk. Der Monrach muß für das Ganze handeln

    * Vater und Kinder

    - Rehabilitierung Machiavellis

    Joseph II: (Denkschrift über
    den Zustand der österreichischen Monarchie, 1765)

    - Dienstbarmachung der Indi




    Reformismus: Ausweitung staatlicher
    Tätigkeit auf viele Bereiche, die zuvor entweder ständisch
    intern geregelt wurden (Justizwesen, Religion, Landwirtschaft)oder
    überhaupt nicht (Bildungswesen)


    Expansionismus und Krieg:

    - Kriege werden aus Vaterlandsliebe
    und nicht aus Gründen der Vergrößerung der Hausmacht

    (patriotischer Ruhm statt persönlicher
    Ruhm)

    - Berufsheere

    - begrenzte Kriege mit engabgesteckten
    Zielen (siehe Friedr. Glkeichgewichtstheorie)

    Rechtssprechung:

    - Kodifizierung

    - Abschaffung der Folter

    - Vereinheitlichung und Vereinfachung:
    Ausrichtung an "Rationabilität und Verständlichkeit"
    und trotzdem Rücksicht auf provinzielle Eigenheiten (siehe
    Herder)


    ERZIEHUNGSLUST

    Schulwesen:

    - Maria Theresia: Einführung
    der Schulpflicht vom 6.-12. Lebensjahr (Volksschulgesetz von 1794)

    Kirche:

    - wird esrtmals zum Politikum, in
    dem Sinne, daß nicht die Kirche den Staat instrumentalisiert,
    sondern umgekehrt (siehe Maria Theresias Volksschulgesetz)

    - Verbot des papistischen Jesuitenorden

    - STAATSKIRCHENTUM: die Staatsgewalt,
    gerade Friedrich d. Großen, duldete keine Macht neben der
    eigenen:

    Auflösung kirchlicher Autonomie
    durch

    - Streichung von Feiertagen

    - Gründung einer geistlichen
    Hofkommission als neue Kirchenexekutive

    - Gründung von Bistümern

    - Ernennung zur Advocatrix eclessiae

    - Besteuerung des Klerus



    2.) Friedrich II.

    Person

    Schriften:


    Antimachiavell

    1. Quelle von Herrschaft:

    "was wohl freie Menschen bestimmen
    konnte, sich selber einen Herren zu geben":

    - Ruhe

    - Selbsterhaltung

    - Schutz des Eigentums

    Herrscher als Schlichter, aus der
    Mitte des Volkes, Interessenzusammenfasser

    kein unumschränkter Gebieter,
    nur der erste Diener des Staates

    Drei rechtmäßige Herrschaftslegitimationen:

    - durch Erbfolge

    - durch Wahl durch zur Wahl ermächtigte
    Völker

    - durch Eroberungen in einem gerechten
    Krieg

    2. Herrscher als Kriegsherr

    - wie Machiavelli: Haupt der strafenden
    Gerechtigkeit (Gewaltmonopol)

    - ehrfurchtsgebietend für die
    Generale, die nur auf ihren Ruhm bedacht sind

    - Displinarisch wirkend


    3. Ruhm

    Masse und aufgeklärter Mensch:
    Ruhm nach Schein vs. Ruhm nach Verdienst und Beweggründen

    Grenzen des Rechts

    Religion nicht als Deckmantel

    Seelengröße: Strafen hinter
    der Kränkung, Belohnung über den verdienst hinaus geben



    Außenpolitik:

    - keine Bündnisse mit Mächtigeren
    Partnern

    - keine Neutralität

    Erweiterung nicht allein durch Eroberung,
    sondern durch "zur Blüte bringen aller Werktätigkeiten
    und Wissenschaften", die "unschuldiger und gerechter
    ist und dabei genauso gedeihlich".

    Für das Leben notwendige Tätigkeiten:
    Landwirtschaft, Handel, Gewerbefleiß (Industrie)

    letztere bringt am meisten Gewinn
    und Nutzen (Berufung auf Merkantilistisches System: bringt Geld
    durch Zölle

    "Diese verschiedenen Mittel,...,
    sind der fürstlichen Weisheit anvertrauten Pfunde; der Fürst
    soll damit wuchern, soll sie nutzbringend anlegen." (S. 12)

    Zeichen für den Wohlstand: Stand
    der Künste und Wissenschaften

    "Wie die Weisen die Leuchten
    der Welt sind, so sollten sie eogentlich deren gesetzgeber sein"
    (S. 13): Wissenschaft und Kunst als Tugendbildner (nach Cicero)

    4. Ratgeber der Fürsten

    Zwei Arten von Fürsten:

    - Selbstregierende: Exekutive in
    ihrer Hand: alles geht durch ihre Hand; Minister sind Werkzeuge
    in ihrer Hand (Analogie zu Gott und deren Vollstreckern auf Erden)

    Minister nur Arbeitserleicherung

    - Ministerial eregierende Fürsten:
    gleichgültig, träge; Fürst "nur das Werkzeug
    seiner Minister"

    Minister werden zum best. Moment
    für das Wohl des Volkes


    daher: Kontrolle der Minister, Belohnung
    ihrer Treue (Tugend muß sich lohnen), Konstanz besser als
    dauerndes Auswechseln von fehlenden Ministern

    F. kennt nur zwei Arten: Minister
    für Inneres (hier gefragt: Redlichkeit) und Äußeres
    (Flexibilität)


    5. Diplomatie und der gerechte
    Krieg


    Ziel aller außenpolit. Aktivitäten:
    Gleichgewichte der Kräfte zur Aufrechterhaltung der Ruhe

    Krieg ist das letzte Mittel der Politik

    Wegen des Fehlens einer überfürstlichen
    Rechtsinstanz ist der Krieg das einzige Mittel zur Rechtssicherheit!

    Vier Arten gerechter Kriege:

    - Verteidigungskrieg

    - Bündniskrieg

    - Präventivkrieg

    - Krieg zur Aufrechterhaltung des
    Gleichgewichts






    Vergleich:

    Allg.:

    Friedrich II. Joseph II.

    Anerkennung regionaler Eigenheiten
    (P LandR) Hinwegsetzen über regionale Eigenheiten
    *Krone Ungarns

    *Einteilung in neue
    Verwaltungseinheiten)

    * Amtssprache deutsch

    Rechenschaft nicht nur Gott, sondern
    auch Rechenschaft nur vor Gott als Verkörperung
    eines höheren Vernunftprinzips


    vor dem Volk als der Sachverwalter
    ihres

    Vermögens


    Berücksichtigung ständischer
    Verfassungen staatsbürgerliche Gleichheit vs. despotischer
    Absolutismus

    Zentralismus:

    Unter einem Prinzip, Regeln, deren
    Einhaltung er Unter seiner Person

    überwachte (persönlich
    und via neugeschaffener

    Institutionen)

    abstrakt: Polizeistaat, überwachungsstaat
    persönlich: absolutes Regime

    Bauernfrage: Frondienst und Leibeigenschaft

    Kirchenrecht:

    Glauben ist Privatsache Glauben
    untersteht dem Staat: Staat hat Oberheit über die
    katholischen Kirche

    kaum Opposition in den

    Psychologische Unterschiede:

    unnachgiebig ungeduldig: paternatlistisches
    Moment öffentlich; während Maria Thereia ihren
    konfessionellen Reformkurs innerhalb von Institutionen
    durchsetzte, machte dies Joseph II. offen und gegen
    tiefverwurzelte Sitten


    Verwaltungswesen

    Neuanfachung eines Privilegienkampfs:
    Umverteilung

    nach neuen Kriterien:

    ausschlaggebender Faktor: Bildung
    einer Bürokratie mit

    neuem Kastengeist (normative Elite),
    relative Autonomie (Personalautonomie) und korporative Selbstbestimmung

    Kastengeist darf nicht mit einem
    bürgerlichen Selbstbewußtsein verwechselt werden, nachdem
    die Adeligen es verstanden, sich die höheren Verwaltungspositionen
    (Kammerpräsidenten, Landräte

    jedoch: Sinken des Funktionswertes
    des Adels, Adel definiert sich nicht mehr über ein erblichen
    Besitz von Privilegien, sondern über die Gewährung derselben
    durch den Fürsten und ihre soziale, d.h. berufliche Stellung
    (Titel)

    kulturelle Elite und Verdienstaristokratie

    Unzufriedenheit der Nichtadeligen
    ob ihrer Benachteiligung

    Ziel friderizianischer Politik war
    es

    - mit Hilfe der Bürokratie,
    das Junkertum in Schach zu halten

    - und gleichzeitig Bürokratie
    und Landadel gegeneinander auszuspielen

    repressiv: Weitere Benachteiligung
    der unteren Schichten

    Adel gegen Bürgertum = Antagonismus
    von adeligen und nichtadeligen königlichen Bedienten

    - Untertanengeist

    - Leistungsprinzip

    - Selbstachtung:

    * moralisch

    * politisch-staatstheoret.: Fürst
    war ihnen gegenüber verantwortlich

    keine bürgerrrechtliche Anerkennung
    (APL:

    natürliche (von Geburt an),
    aber Anerkennung

    Entfremdung des Autokraten

    - Personalverwaltung

    - verschleierte Opposition (negativ,
    obstruktivistisch):

    passiver Widerstand

    Wachsende Selbstbewußtsein
    und relative Eigenständigkeit

    Regierung hat zu Vollstrecken (executiren)



    Agrarpolitik:

    Stadt und Land: Landadel als Schwertadel

    Abschaffung der Erbuntertänigkeit:
    Fr. verspricht sich

    Freisetzung von Initiative, Landadel
    versus neuer Bürokratie

    jedoch: --> Einheitsfront gegen
    die Autokratie

    Regiebehörde 1786

    1748 Bauernschutzedikt: kein Bauerngut
    darf zu Rittergütern eingezogen werden

    In Schriften: humanitäres Ideal
    einer prosperierenden Bauernschaft

    In Praxi: nach 1763 Versuch, die
    Erbuntertänigkeit in Pommern zu beseitigen führte zu
    Eingaben und Beschwerden des Landadels, daß eine solche
    nicht bestehe

    Dabei konnte sich der Landadel auf
    die Hilfe der Bürokratie (Landräte als Inspektoren,
    Kammerpräsidenten) verlassen, die z.T. unter bewußter
    Verdrehung von Tatsachen dem Junkertum das Wort redeten

    In Ostelbien bestand die Möglichkeit
    eines Freikaufes nur auf dem Papier (Entsatzzahlungen), nachdem
    der Staat den Bauern keine Unterstützung zusichern wollte

    Ergebnis: Festsetzung der Frondienste
    (zeitl. Beschränkung)


    Wirtschaftspolitik

    Progressive Einkommenssteuer

    Festhalten am Prohibitivsystem

    Domänen: Früher Teil des
    Fideikomisses der Dynastie, jetzt Staatseigentum für Einkünfte
    und Nutzungen

    Förderung des Handels durch
    Kantonalspflichtbefreieungen von Handelszentren

    Verwaltungsstellen: Kriegs- und Domänenkammern

    Regie


    Kriegspolitik:

    Kantonreglement (1733): Rekrutierung

    mit bis zu 10 Monate Urlaub

    direkte Steuer (Contribution) indirekte
    Steuer (Akzise)

    70% der Staatsausgaben

    25% Soldaten in Berlin, bis zu 20%
    in anderen Grostädten

    Nobilität war Schwertadel, kein
    Verkauf von Adelstiteln

    König als oberster Kriegsherr
    (Polit. Testament 1752)

    Adelsschutz = Offiziersschutz Soldatenschutz
    = Bauernschutz


    Rechtspolitik

    Naturrechtslehre als Grundlage

    Trennung von Gesetz und Herrschaft,
    welches ihr übergeordnet ist

    Der Fall Müller Arnold:

    Ziel einer Kodifizierung: Vereinfachung,
    Verständlichkeit, Verkürzung und staatsbürgerliche
    Gleichstellung im Sinne einer Rechtssicherheit und Appelationsmöglichkeit

    Friedrich hegte Mißtrauen gegen
    alle korporatistische Expertenkultur der Justiz, diese hatte vor
    allem die Reibungslosigkeit von Geschäften zu garantieren
    und die Ordnung aufrechtzuerhalten

    a) Strafrecht: Humanisierung (1),
    Billigkeit, Verhältnismäßigkeit (2), Säkularsierung
    (3)

    (1) Abschaffung der Folter, keine
    Ächtung von Knastis

    Ziel des Strafrechts: nicht "Correction"
    (moralisch-religiös), sondern Abschreckung oder Vergeltung,
    aber durchaus mit sozialpräventiven Absichten

    (2) Einschränkung der Todesstrafe
    auf Kardinaldelikte


    Sozialpolitik

    Erhalt der adeligen Vormachtsstellung:

    APL und bereits 1740:

    Anweisung an Beamte Adelige nicht
    zu belästigen, Schutz ihres Besitzes, da sie dem Schutz und
    dem Erhalt des Landes dienen

    1752 (Polit. Testament): Aufgabe
    des Souveräns ist der Schutz des Adels, den als Juwel in
    seiner Krone bezeichnet

    Verachtung für das Volk

    die Umverteilung von Rittergitsbesitz
    in die Hände von Neureichen beendete er mit der Ordre, daß
    kein Besitzübertragung ohne pertsönliche Genehmigung
    zu erfolgen habe

    Jedoch: das neue Leistungsprinzip
    setzte den Adel unter Druck

    viele Bürgerliche konnten sich
    darauf berufen, durchFleiß und Pflichtbewußtsein mehr
    für den Wohlstand zu tun als der alteingesessene Junkeradel



    Entwicklung in Friedrichs Herrschaft:

    1740 humanitäre, unter dem Eindruck
    der Studien entstandene

    Entscheidungen:

    - Antimachiavell: Kontarktualismus

    - Justizpolitik: Abschaffung der
    Folter, Instanzenweg

    Antiklerikalismus: 1752 (polit. Testament)
    als Antipapsimus und

    Rationalismus, "Papst der Lutheraner"


    Wohlstandsstaat





    Drei Staatsbegriffe:

    1.) Wohlfahrtsstaat: das Wohlergehen
    der größten Zahl

    2.) Staat als Machtapparat:

    Joseph II. Denkschrift: Militärstaat,
    Finanzstaat und Politikstaat

    Untertanen sind "primerier objet",
    Interesse des Staates am Individuum ist seine Verwendbarkeit

    3.) Staat als politische Gemeinschaft:
    Regent ist verpflichtet gegenüber:

    - les sujet im Sinne von les particulier
    (Untertanen)

    - dem Kollektiv: les peuple, la nation

    - dem Staat (l´Etat)

    - später: la patrie

    dabei ist die systematische Spannung
    zwischen Einzelinteresse als l´amie propre (!) und Gesamtwohl,
    dessen balance der Fürst zu erreichen hat, aber: Primat des
    Gesamtinteresses

    Im Fürsten laufen Einzel- und
    Gesamtinteresse zusammen (Verkörperung desselben)

    dabei gehen deskriptive mit normativen
    Ansichten durcheinander:

    1.) Pflichtgedanke: der einzelne
    hat dem Gesamtwohl (Staat) zu dienen

    2.) Identität von Einzel- und
    Gesamtinteresse: Gegenseitige Abhängigkeit (Oragnische Metapher)

    3.) Konfliktfall: Regent hat balance
    zu suchen

    vergleiche: Rousseausche Differenz
    von volounté génèrale und volounté
    de tous







    Konzept für mündliche Prüfung

    1. Der Begriff des aufgeklärten
    Absolutismus

    a) Entstehung (historiographisches)

    Roscher 1847: AA als höchste
    Form des Absolutismus

    a) Zeitliche Verortung


    Konzepte:

    Machtaspekt:

    1.) Als Verfallserscheinung des Absolutismus:

    Der Versuch absolute Macht gegenüber
    einem staatsbürgerlichen Selbstbewußtsein aufrechtzuerhalten,
    führte zur Abtretung wesentlicher monarchischer Verfügungsgewalten.

    Marxistische Interpretation:

    - entweder als Täuschungsmnöver,
    Untergeordnetheit unter die großen Epochen (übergangsphänomen)
    oder

    - als Verspätungsphänomen:
    Kompromiß zwischen rückständigen sozioökonomischer
    Entwicklung: feudale Bürgerlichkeit ohne bourgeoise Züge
    (Phasenverschiebung): AA ist die Errichtung eines polit. überbaus
    ohne ökon. Basis zum Zwecke der Nachholung

    Lefebvre: geistreiche Spielerei

    2.) Als höchste Form des Absolutismus:

    Instrumentalistische Kategorien:
    Zentralisierung und Rationalisierung in Verwaltung und Militär
    vergrößerte sich die monarchische Machtfülle.
    Durch das pers. Regiment war die Entscheidungsgewalt immer noch
    in Händen des Monarchen

    3.) Herders Geschichtsdialektik:
    Absoltismus ist der notwendige Umschlagpunkt zu seiner Beseitigung.
    AA wird zur Fessel d. bürgerlichen Gesellschaft, der Absoltismus
    enthüllt erst die Schwächen des monarchischen Prinzips
    durch das Zulassen von Leistungsgesichtspunkten

    Entmündigung und Anreiz zur
    Eigeninitiative prallen aufeinander,


    Die zwölf Thesen von v.
    Aretin


    1. Veränderter Selbstverständnis
    des Herrschers: vom Gottesgnadentum hin zu einem Herrscher als
    pflichtbewußtes Vorbild (selbstbeschränkte Willkür)

    2. Reformismus ist grenzenlos -->
    Konflikt mit ständischen und individuellen Freiheiten

    3. Gegenseitige Instrumentalisierung
    von Aufkläreren und AA: AA ist Aufklärung, die Macht
    in praxi besitzt

    4. Appel an Pflichtgedanken ist ideologisch
    brüchig (Kodifikationismus, aber nicht Konstitutionalismus)

    5. Als praktisches Phänomen

    6. Nachholphänomen für
    kapitalistische Reformen

    7. Reformkatholizismus als revolutionäres
    Sonderphänomen

    8. Revolution von oben als Tradition
    (Lheritiers These der Kontinutät zum Faschismus)

    9. Sozialer Wegbereiter des Bürgertums,
    jedoch Konservierer von Adelsrechten: Grund: der Mangel an reformfreudigen
    Bürgerlichen (ökonom. Unterentwickeltheit) führte
    dazu, daß der Regent keine polit. Partner im Reformkampf
    hatte

    10. Gegenseitiger Ausschluß
    von A und AA: "Bündnis auf Zeit", der im Konstitutionalismus
    enden mußte

    11. Widerspruch zwischen A und AA:
    individuelles und etatististisches Freiheitsideal, Fehlen einer
    rev. Schicht, keine politische Mitbeteiligung

    12. --> Grund für den Kampf
    gegen Jakobinismus



    Realisierungsaspekt:

    Widersprüchlichkeit: paternalistisches
    und kontraktualistisches Element, Theorie und Praxis, persönliches
    Regiment und Freiheit (Sprengkraft d. Absolutismus), durch die
    Rationalisierung des zunehemnd komplexer werdenden Verwaltungsstaates
    wird der Staatsbegriff selbst zunehemnd weniger personal, sondern
    anonym (Zeichen dafür: Bürokrtismus in Preußen)

    keine bürgerliche Bewegung,
    jedoch mit bürgerl. Forderungen

    Grund für Dauer:

    - Naivität d. Aufklärung
    und Selbstüberschätzung intelleketueller Meinungsäußerung:
    öffentl. Meinung als Gegengewicht. despotische Allmacht

    - Widersprüchlichkeit der Aufklärung
    selbst: individualistischer (Kant, Rousseau) vs. traditionalistischer
    (ständische und nationale FreiheitenMöser, Moser) vs.
    elitaristischer (les philsophes) Zug

    - Konstitutionalismus: einmal im
    Sinne einer Rationalisierung (Vereineheitlichung; "Staatsplan),
    zum anderen als verpflichtender Kodex staatsbürgerlicher
    Gleichheit


    Säkularierungsschub: Abrücken
    von Gottesgnadentum, Hinwendung zu einem Prinzip der Staatsraison,
    Terretorialprinzip statt dynastisches Prinzip (Friedrichs Machtpolitik
    vs. Ludwig XIV Reunionskriege), Legitimität von Herrschaft
    wird begründet (Schriften, Kodifizierung), Prinzip der Verantwortung
    für die Untertanen (Selbstverpflichtung zur Gegenleistung
    im Sinne einer Fürsorgepflicht), Toleranz, Pragmatismus und
    "Utilitarismus" (Sachverwalterprinzip)

    Sonnenfels: Forderungsrecht nach
    bestmögl. Wohlstand, Leistungsprinzip

    aber: keine Gewaltenteilung, keine
    Trennung von Staat und Gesellschaft; keine Anerkennung exekutiver
    Beschränkungen (Ablehnung d. Sonnenfelsschen Fundamentalgesetzes
    durch Joseph II.), keine Kümdbarkeit des Vertrages (Holbach)


    Physiokartaismus als Zeichen dieser
    Widersprüchlichkeit: "Revolution durch die absolute
    Monarchie"

    Rücknahme vieler Entwicklung
    spricht

    - für seine Fälligkeit

    - für die Veraltetheit und Eingeseßenheit
    der ständischen Strukturen


    REFORMEN JOSEPHS II.

    Verwaltungswesen

    Universalsommerzdirektion: Koordination
    zur Reetablierung Habsburgs, Einheitlicher Wirtschaftsraum

    Verwaltung: Haugwitzsche Reform

    Modell: Friedrichs Besteuerungssystem
    in Schlesien

    Macht Österreichs: nicht durch
    einen zentralen Interventionimsus auf lokaler Ebene, sondern durch
    ein dynastisches Prinzip, welches sich im Inneren auf Adel und
    Kirche stützte.

    Kennzeichen: Provinzialismus und
    Partikularismus

    Angriff der reform: Oberste Justizstelle
    zur Errichtung eines Stehenden Heeres mit konstanter Truppenstärke

    Direktorium (in Publicis et Cameralibus):
    "Direktorium"

    in den Erblanden: Deputationen, später:
    Repräsentationen und Cammern

    Mängel im Hinblick auf eine
    Zentralisierung:

    - Contribution oblag immer noch der
    Zustimmung der Landgutsbesitzer

    - Ausschluß von Ungarn, Belgien
    und Lombardei

    - Kath. Besitz blieb unangestatstet

    ab 1760: Staatsrat und die Zeit von
    Kaunitz´

    Repräsentationen werden zu Gubernien
    umbenannt.


    Religionspolitik

    Allgemeines

    Maria Theresia, seine Mutter von
    1740-1780 Regentin

    von 1765 bis 1780 Mitregent

    Das Reich Wirtschaftsgeographisch:
    angrenzend an Länder mit regem Außenhandel (Holland
    und England) einer aggressiven merkantilistischen Politik (Frankreich)
    oder einer präkapitalits. Politik (England) und nahezu keinen
    Absatzmarkt im Osten (Polen)

    Verwaltungsreform: Ziel: Wohlstand
    erhöhen, dazu Peupelierung der Städte des Handels

    Schaffung von Kapitalräumen

    - Hofkanzlei

    - Hofstellen auf 6

    - Staatsrat als Koordinator

    Erziehungsreform: Auflösung
    des Jesuitenordens 1773 und

    Der Begriff der religiösen Minderheit:

    von 8,5 Mio Einwohnern sind

    - 1,9 Mio gr.-orthodox

    - 1,5 Mio Reformierte

    - 0,6 Mio Lutheraner

    - 0,5 Mio gr.-katholisch

    - 0,08 Mio Juden

    Rest: römisch-katholisch

    Augsburger Friede 1555: freie Religionswahl
    des Fürsten, jedoch noch mit regio-religio-Prinzip.

    Abschwächung d. religiösen
    Konflikts der christl. Konfessionen:

    - Außenpolit. Kriege und die
    Notwendigkeit protest. Verbündeter (England und Holland im
    Span. Erbfolgekrieg=

    - Türkenkriege

    Kryptoprotestantismus in Habsburg:
    Protestant = Staatsfeind (prueßische Gefahr)

    BücherSchmuggel und Vertreibung
    -> Bildung des Regensburger Blocks (ausgewanderte öst.
    Protestanten)

    Asylländer lieferten nicht mehr
    zurück aus.

    aber: teilweise Religionsfreiheit
    wegen Sysmmetrie (Religion als Druckmittel)

    1.) Maria Theresia

    1769 concessus in publico ecclesiasticis:

    - Isolierung der Inlandskirche von
    Rom

    - Exequatur (Zensur von Erlassen
    ausländischer Ordniarien)

    Beschränkung kirchenhoheitl.
    Rechtssprechung: Exkommunikation, Verbot von Kirchenstrafen (kein
    Kirchenkerker), Beschränkung d. kirchl. Asylrechts


    ab 1768 Aufhebung der kirchl. Steuerexemtion,
    Auflösung von Ordensprovinzkassen --> Verhinderung von
    Geldverschleppung

    Erhöhung des Ordenseintrittsalters
    auf 25

    ab 1769 Klosteraufhebungen

    ab 1753 Kampf gegen Jesuitische Schuldominanz
    und Kirchenzensur

    gipfelt 1773 in der Aufhebung des
    Jesuitenordens auf Druck der reformkatholischen europäischen
    Fürsten durch Klemens XIV.

    1754/1771 Aufhebung kirchl. Feiertage
    mit päpstlichem Einverständnis


    2.) Joseph II.

    Umgestaltung des concessus zur Geistlichen
    Hofstelle, die an die Vereinigten Hofstellen angeggiedert war

    Kirchenpolitik: alles, was nicht
    Glaubensfragen oder Intrena betrifft

    Tradition von Kaunitz und Swieten



    13. Okt. 1781 Toleranzpatent (am
    20. 10. öffentliches Zirkular):


    Unterschied zur Mutter: sie warf
    ihm religiösen Indifferentismus vor

    Ziel der Toleranz:

    - humanitär: in Gluabensfragen
    (religiöse Glückseligkeit) kann es keine Verordnetheit

    - Nutzen für das Staatswesen:
    bürgerliche Gleichheit (Ausdruck: BüRGER!)

    Inhalt:

    - Gewährung nur privater Religionsausübung

    - weiterhin Verbot von Sekten (Deisten)

    - Kirchengründung f. mehr als
    100 Leute, jedoch ohne Turm und Eingang zur Straße

    - !! staatsbürgerliche Gleichstellung:
    Berufsfreiheit, Freizügigkeit

    Kriterium für Tauglichkeit f.
    Dienste nicht Religionszugehörigkeit, sondern Rechtsschaffenheit

    Folge: Zunahme der heimlichen Protestanten

    2.1. 1782 Judenpatent

    - Zugang zu Universitäten

    - Aufhebung des Leibzolles (einer
    Art Schutzzollerpressung)

    - gleiche Besteuerung

    - Berufsfreiheit

    - Zulassen eigener Schulen (Normalschulen)

    - Kleidervorschriften und Namnesvorschriften
    (keine Diskriminierung)

    Ziel: Emanzipation durch Assimilation,
    Kontrolle


    Klosterreform

    Religionsfond, gespeist aus Versteigerungen
    von Kirchenvermögen

    Ordensaufgaben (nach Erlassen): Seelsorge,
    karitative Aufgaben ("nützliche Aufgaben")

    in Bezug auf Schule und Wirtschaft")

    Kaiserliches Dekret von Sept. 1782:
    Schaffung neuer Pfarreien (640 neue Seelsogestellen)

    Einkommensregelung für niederen
    Klerus

    Ziel: Förderung kleinerer Einheiten
    zugunsten größerer (divide et impera!)

    1. Febronianismus (nach Pseudonym
    d. Trierer Weihbischofs v. Hontheim "De statu ecclesiae et
    legitima potestate Romani pontificis):

    Episkopalismus, Verbot der Exemtion,
    der Jurisdiktion der Nuntien

    2. Jansenismus:

    in Opposition zur Gegenreformation,
    Gottesgnadenlehre, patriarchale Orthodoxie

    3. Ausbildung oblag staatl. Generalseminaren:


    - Unterweisung in religiöser
    Toleranz

    - praktische Ausbildung in Landwirtschaft
    (Seelsorgeraufgabe ist " eine aufklärende Tätigkeit



    Innerkirchliche Reformen:

    - Ausrichtung der Diozösen nach
    Verwaltungseinheiten (landesgrenzen)

    - Antibarocke Ausrichtung: Verbot
    von Lokalriten und Prozessionen, Auslandswallfahrten, Beschränkung
    von Andachten, Gottesdiensten, Liatneien usw. --> neue Kirchenordnung
    rief Unwillen und Aufstand des Volks (1789/90)hervor, die oft
    alte Gebräuche offen und stillschweigend, zum Teil mit Duldung
    der Kreisämter wieder einführte (Herausregend: Dornbirnscher
    Aufstand)

    - Kirchenkampf: Auslegungsprimat
    aufgeteilt zw. Pfarrern und Kreisobmännern, Verkündigung
    der Erlässe von der Kanzel

    - Auflösung von Bruderschaften:Zusammenlegung
    zur Schaffung eines großen Sozialwerkes":

    öffentliche Almosenverteilung,
    zentrale Stiftungskommission (unter Graf Buquoi)

    Ziel: aufklärerische Idee der
    Befreiung des einzelnen vom Aberglauben (Kantisches Ideal)


    Bottom line: Isolierung der Bischöfe
    und Zuweisung der Kirche als Ordnungsfaktor Sittenlehre) und sozialkaritative
    Einrichtung, Stärkung lokaler Einheiten, finanzielle Trennung
    von Kirche und Staat (Kirchenfond), Ausbildung verstaatlicht (Generalseminare),
    Toleranz zum Zwecke der Freisetzung wirtschaftlicher


    Josephinismus im überblick:

    Einengung auf Kirchenpolitik unangemessen

    Interpretationen:

    1. Winter: Zurückführung
    der Kirche auf ihre res spiritualia (Sakramente, Lehre und Predigt),
    dogmatische Dominaz des Katholizismus bleibt unberührt

    Mangel: Unerklärtheit der "übergriffe"
    auf die Interna der Kirche (s.o.)

    2. Maaß: Zurückdrängen
    der Kirche auf geistlich-privaten Bereich und trotzdem Kompetenzüberschreitung,
    die sich mit dem Toleranzgedanken nicht veträgt

    3. Betonung der wirtschaftlichen
    Liberalisierung

    4. Bradler-Rottmann: Laizismus

    Maria Theresia und Hofrat Heinke
    in einem

    Gutachten von 1769:

    - Ius sepremae inspectionis

    - Ius reformandi et extinguendi

    - Ius puniendi

    Kaunitz´ Geheiminstruktion für
    die Landesfürsten:

    - Beschränkung des Sacerdotiums
    auf das, "was Christus selbst seinen Aposteln übergeben
    hat"

    - Predigt, Christenlehre, Gottesdienst,
    Sakramente, innere Disziplin

    - freie Gewährung und Entzug
    von Privilegien

    - Konzile und Konones haben keine
    verpflichtende Kraft weder für Fürsten noch für
    das Volk

    - Ausübung der dogmatia nicht
    willkürlich und unabhängig

    5. Joseph II. persönliche Religiösität:
    streng, vernünftig, moralisch, innerlich

    In Habsburg war eine Staatsraison
    nur über die Bildung eines überkonfessionellen, d.h.
    mehr staatsbürgerlichen Bewußtseins möglich

    Valjavec: Preußen nicht nur
    Anregung, sondern auch Bedrohung: preuß. religiöse
    Toleranz war adaptiver gegenüber neuen Gebieten (Machtpolitik)
    und kulturell flexibler.

    Joseph II. Wohlfahrtsideal war individualistischer
    (größtes Glück der größten Zahl) als
    Friedrich II., der seine Untertanen oftmals als Hemmnis aufgeklärten
    Regententums ansah

    auch dort: Staat als Wohlfahrtsorganisation
    und Mahctapparat

    Friedrich blieb oft in der Theorie
    stecken (starke Theorie-Praxis-Trennung), während Joseph
    einen theoriefernen, dafür praxisnahen Weg wählte.

    Joseph II krankte durch das persönliche
    Regiment an den gleichen Symptomen wie Friedrich II.: Mißtrauen
    gegenüber dem selbstgeschaffenen Apparat, Umschwung beim
    Aufkommen des Jokabinismus (Verschärfung der Zensur, Neuorganisation
    der Geheimpolizei)


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