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Der Strukturbegriff in der Geschichtswissenschaft
Freigegeben von: Wolfgang Melchior
Der Strukturbegriff in der Geschichtswissenschaft:
STRUKTUR ODER PERSÖNLICHKEIT


1.) Kocka
2.) Groh
2.) Pitz
4.) Kosselleck




Kocka:

1. Themenabgrenzung

1.1. Arbeitsteilung von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zu Politikgeschichte

1.2. Struktur oder Persönlichkeit: ananlytische oder hermeneutische Fragestellungen -- Positivismusstreit

1.3. Sozialgeschichte als Gesamtgeschichte oder Sektorgeschichte



2. Themenrelevanz

2.1. wissenschaftliches Selbstverständnis ist entscheidend für Methoden und Hilfsmittel und damit für die Auswahl relevanter Themen und Problemstellungen

2.2. Zusammenhang mit der "Selbstauslegung der Gegenwart": bestimmte Methoden gelten als politisch korrekt und progressiv

2.3. Begriff der Politikgeschichte
In Verbindung mit einer "ideologischen Hochschätzung des Staates als des Allgemeinen"

Manko: stammt aus Zeiten, in denen Staat und Gesellschaft nicht praktisch geschieden waren

theoretisch: Koppelung an den Historismus: idealistischer Handlungsbegriff

sachlich: Quellenlage "wie aus Geschäften Geschichte wird" (Droysen)

Deskription vor Erklärung, vesrtehende Interpretation vor systematischer Analyse


2.4. Widerspruch:

- durch Auseinanderfallen vonn Staat und Gesellschaft

- relative Autonomie des ökonomischen Prozesses

Gesellschaft meinte:

einmal die Differenz von Familie (Einheit) und Staat

zum anderen die Kategorie einer Totalität von Geschichtsmächtigkeit im Sinne ihrer dialektischen Dominanz

Neue Situation der Politikgeschichte:

Inkaufnahme ihrer Beschränktheit durch Zuweisung der staatlichen Sphäre auf eine Teilgebiet

oder Festhalten am alten Paradigma

Entwicklung: zweite Alternative und "großer Verdrängungsprozeß"



Zwei Tendenzen:

1. Sozialgeschichte als Sektorwissenschaft:

- Objekt: nicht-politische Verbände

- Historische Schule der Nationalökonomie

- Kulturgeschichte

- Alltagsgeschichte

- Arbeitergeschichte

2. Sozialgeschichte als Gesamtgeschichte

Synthese diachron und synchron, Integration vieler Teilphänomene hist. Realität

- als Kulturgeschichte

- als Volksgeschichte (ethnische Geschichte)

sozialpsychologische wie sozioökonom. Dimensionen

- als Geschichte der Menschheit als soziales Wesen unter Einbeziehung des Staates

Individualgeschichte oder Kollektivgeschichte

Handlungs- oder Zustandsgeschichte wurde analog zur Unterscheidung

Politik- oder Kultur/Sozialgeschichte gesehen




3. Vier Ursachen des Paradigmenwechsels

3.1. Faschismuserfahrung und die Diskreditierung nationalstaatlicher Orientierungen

3.2. Aufkommen sytematischer Wissenschaften: Soziologie und Politologie

3.3. Einfluß angloamerikanischer History

3.4. Frankfurter Schule/Reformfreudigkeit: Traditionskritik als politische Kritik des Bestehenden




4. Strukturgeschichte

Braudels Mittelmeerbuch und der Begriff der histoire des structures mit folgenden Zielen

4.1. Totalität geschichtl. Wirklichkeit

4.2. Verhältnisse und Zustände, überindividuelle Prozesse

Ziel der Forschung ist nicht ein hermeneutisches Erschließen von Sinn, sondern Deskription und Explikation

4.3. Holismus: Geschichte als Prozeß ganzheitlicher Entitäten

Verfahrensweisen: Typisierung, Generalisierung


EREIGNIS:
- als Sinneinheit individuell erfahrbar
- chronologisch-kausal: realzeitliches Vorher und Nachher
- strukturell unterdeterminiert

STRUKTUR:
- nicht notwendig als Sinneinheit erfahrbar
- überindividuell
- kein chronologisches Kausale
- nicht erzählbar (wenn erzählbar heißt:

Struktur ist der Raum möglicher Ereignisse, der unabdingbar für eine Zuordnung von Ereignissen ist

Primat der Strukturgeschichte: sie ist eher möglich als Ereignisgeschichte

Altes Materialismusproblem:
- Umstände bestimmen Menschen wie Menschen die Umstände bestimmen
- Prozesse werden durch sinnorientierte Handlungen von Menschen vermittelt, wenn auch nicht intendiert und bewußt

--- Veränderungsaspekt geht flöten (Gehlens Sachzwanghaftigkeit)
Handlungsproblem



Modell:
Erklärung Rest: Verstehen und Erzählen
| ^

| |

v |

nur strukturell erfaßbar---- Raum möglicher Ereignisse/strukturelle Kopplungen

Quellenarbeit + zusätzliche analytische Anstrengungen

Ubiquität von Strukturen -- Formalität


Zwei Ansprüche:
1. Integrale Geschichtsbetrachtung mit inhaltlichen Kategorien, die Auswahl der Faktoren liefert -- Hypothesen.
Eine Addition von Strukturen reicht nicht aus

2. keine Sektorierung, da sie der Segmentierung des Gegenstands nicht entspreche

kein Begriffshistorismus

Problem: Anwendung von sachfremden Kategorien, also Verwendung für gegenwartstypischen Strukturen, die für den Gegenstand nicht zutreffen


5. Sozialgeschichte als Sektorgeschichte

Themen: Arbeiterschaft, Unternehmensgeschicht Industrialisierung als Kern

trotzdem: heterogenität der Gegenstände


Zwei Tendenzen zur Veränderung:
1. Theorieorinetierung entfaltet zentrifugale Tendenzen -- Desintegration durch theoriedeterminierte Spezialisierung

2. Eindringen sozialgeschichtlicher Elemente in die allgemeine Geschichte: strukturgeschichtliche Ergänzung der Politikgeschichte

damit entfällt das Abgrenzungsmerkmal von sektorieller Sozialgeschichte



6. Sozialgschichte als Gesellschaftsgeschichte

Wünschbarkeit umgreifender Synthesen

Holismus: eine Vorstellung vom Ganzen ist Voraussetzung für eine angemessene Erfassung von Teilbereichen

Ziel: Aufklärung und Sinnverständnis der Gegenwart

Synthesen sind nicht Additionen von Teilstrukturen oder Struktur nicht Addition von Ereignisssen

Erfordernisse der Theorie: inhaltsbezogen, liefern funktionale und kausale Zusammenhänge

Geschichtliche Wirklichkeit := System (=Gesellschaft im weiteren Sinn) von Teilsystemen, in dem ein Teilsystem der Gesellschaft (im engeren Sinn) als aozioökonomische Kategorie eine bestimmende Rolle spielt

Gesellschaft: bürgerliche Gesellschaft und dem Paradigmenwechsel durch Ökonomisierung des Lebens

Notwendigkeit perspektivischer Selektion, keine monokausale Beziehungen

Fünf Aufgaben:

1. Abgrenzungskriterium der Wissenschaftsgegenstands und Selektion des Quellenmaterials

2. Liefern überprüfbarer Hypothesen in synchroner wie diachroner Hinsicht, Vermittlungen zwischen Teilbereichen

3. Rahmen für eine Periodisierung

4. Diachrone wie synchrone Vergleiche: Identität , Ähnlichkeit und Differenz, funktionale und kausale Identität

5. Vereinbarkeit mit spezielleren Theorien

Kandidaten:
1. Historisch.matrerialistischer Ansatz
2. Rosenbergsche Lange-Wellen-Ansatz
3. Historisch-komparative Moderniesierungstheorien: schichten- oder klassenhistorischer Ansatz
Was ein solcher Ansatz jetzt schon zu lösen versteht:
1. Schließen von sozialgeschichtl. Forschungslücken (hierzulande): Zwichenbereiche von Ökonomie und Gesellschaft

2. Vermittlung zwischen verschiedenen, sich in Teildisziplinen differenzierenden Kategorien


Das Rekurrente dieses Integrationsprozesses stellt sich immer wieder neu!



Gegenwart - Zukunft - Geschichte

Das Expertensystem als Mustererkennungsprozeß

Strukturen als geschlossenen Systeme oder offene Systeme: Statik und Wandel!





Strukturgeschichte


formal, analytisch inhaltlich, synthetisch

Atomismus, deduktiv Holismus, induktiv, Mustererkennend

mit Strukturkern: nicht Personen, sondern systematische Kategorien


Mittellage der Geschichtswissenschaft

Philosophie: Sinn empirische Wissenschaft:

Quellen:

Tradition überreste

ontologisches Problem





Groh (siehe Paper+Skript)



Christian Meyer:

Impuls=Teil einer an einem Prozeß mitwirkenden Handlung

Beteiligung:

- "nicht viele"

- "nicht notwendig auf Veränderung gerichtet", sondern auch Reproduktion. In diesem Sinne: Institutionen

- ungerichtet, bzw. nicht notwendig gerichtet

- Holismus: Einebnung vieler Impulse in ein Sinnganzes


Typus eines Prozesses heute:

Eigendynamik:

Verschwinden von Einflußdifferentialen, Interdependenz, Reziprozizät und Multipluralität

Prozesse im Sinne aggregierter "Vorgänge"

Automismus

Naturwüchsigkeit eines Prozesses nach Marx:

- Voraussetzungen nicht nur Entstehungsursachen, sonder auch

- eine "vom Wollen und Laufen der Menschen unabhängige" über ihnen stehende fremde Macht

Elias?Prozeßbegriff: Figurationen, statt Aktionsbegriffe Funktionsbegriffe

Autonomie wird verschoben auf einen Bereich überpersönlicher Entitäten

Gesellschaft ist ein Funktionszusammenhang, der eine relative Autonomie gegenüber den Intentionen der sie bildenden Individuen aufweist

Rede über Prozesse - zwei Kerne:

1.) Beschreibung von Abläufen kausalfrei, etwa im Sinne kontingenter Ereignisfolgen

2.) Strukturierte Funktionszusammenhänge, die eine relative Autonomie gegenüber den Mitgliedern aufweisen


Handlungskonnexe:

Handlungswirkung wird bestimmt durch Konstellationen (Umstände), welche auch die Nebenwirkungen bestimmt vs. Impulsaggregat

Handlungen können vereinzelt als auch prozessual einegbunden sein

Grundtypen:

Handlung (a) und autonomer Prozeß (b)

verbunden mit feedback

ad (b)

1. Beispiel: Motorisierung

Prozeß ruft eigene Bedürfnissse hervor, die ihn beschleunigen, obwohl nicht nur, nicht immer gewollt werden

Randbedingungen werden stabilisiert

Heute: Pluralität der Richtungen eines Prozesses

beschränkt auf Handlungen von "massenhaften, durchschnittlichen, repetitivem Charakter" (Tenbruck) damit wären audgeschlossen: herausragende Handlungen von Politikern

JEDOCH: auch herausragende Ereignisse können Prozeßcharakter besitzen

2. Beispiel: Zusammenbruch der römischen Republik als autonomer politischer Prozeß

obwohl nicht im Interesse derBeteiligten, machten sie alles, um die Auflösng des republikanischen Gemeinwesens voranzutreiben

Korruption -- Ausbeutung der Provinzen --- mehr Korruption

Widersprüche werden nicht zum Gegenstand der Politik, da die Kräfte, die politisch tätig sind (Adel, Ritter) nicht den Widerspruch zu dem formulieren können, der droht: Bürgertum

Verantwortung und Schwäche des Senats als Strukturmerkmal: je mehr Erwartungsdruck desto höher der Ansehensverlust der Republik

immanente Figurationsdynamik: die Rettung der Republik erforderte ihre Auflösung durch einzelne Persönlichkeiten Beiweisziel: 2. Beispiel

- erfodert wesentl. mehr Handlungsaufwand

- motivisch dichter

- ungerichteter: nur Wahrscheinlichkeiten

daher: auch hochgradig motivgeladene, von einzelenen abhängige Prozesse können autonom sein.

GEMEINSAMKEIT: Menschen nehmen Interessen wahr, handeln opportun und treiben einen Prozeß voran.

Wandel: polit. Kapazität reicht nicht aus, um sich verändernde und sie selbst verändernde Konstellationen selbst zum Gegenstand politischer Entscheidung zu machen,d.h. wenn sie nicht genügend Macht versammelt.

kumulativer Effekt: Umschlagen von Handlungssummen in eine Eugendynamik mit kontingenten Ausgangsbedingungen

Handlungen schaffen die Konstellationen immer wieder neu, die sie selbst zum Handeln angetrieben haben (vg. Marx: Bedingung und Resultat)

Abschleifung der Kontingenz

Unabhängigkewit von Intentionen: das entscheidende des autonomen Prozesse ist die Nebenwirkung der Handlungen


Das EREIGNIS:

- etwas Herausragendes, Außergewöhnliches

- etwas Kontingentes

- Knotenpunkte des historischen Geschens (historical vs. historic)

Ereignisse resultieren aus einem Gegeneinander verschiednener Impulse

dagegen autonome Prozesse: Integration von Impulsen zu einem Ganzen über lange Zeit hinweg

Entscheidung liegt "in ihrer Mitte", nicht außerhalb

die Handelnden sind nicht Medien, sondern Akteure

kontingente Bedingungen sind zentral, nicht nur für Entstehung und Erhalt wichtig

Modalität der Impulse




Pitz (siehe Paper)





Koselleck

1. Ereignis:

- naturale Chronologie mit einer "Schwelle der Zerkjleinerung" (Atomismus)

- Minimum aus Vorher und Nachher

Konsistenz durch Zeitfolge

Bedeutungsblindheit der naturalen Chronologie

2. Struktur:

Rest: das, was nicht in der Folge erfahrbarer Ereignisse aufgeht

neue Kategorien: relative Dauer, Langfristigkeit, Epochalität

"Während Ereignisse von bestimmten Subjekten ausgelöst und erlitten werden, sind Strukturen asl soclhe überindividuell und intersubjektiv"

Empirische Einlösbarkeit von Strukturen: möglich, daß Strukturen zu hsitorischer Alltagserfahrung gehör(t)en.

3. Wesentlich: zeitliche Erstreckung

Ereignis als Voraussetzung strukturaler Aussagen

Problem: der Erzählcharakter von Ereignisgeschichte setzt einen Sinn voraus

Je strenger die Struktur, desto weniger ihr chronologischer Konnex

Aber: Dauer kann zum Ereignis werden -- Prozeßkategorie

Aporie zwischen beiden liegt in der Dauer

Novität des Ereignisses (=strukturelle Unterdeterminiertheit) vs. Konstanz der Struktur

4. Erkenntnistheoretische Relation

Wirklichkeit ist vergangen, d.h. ex post-Faktizität

Strukturen sind so konkret/abstrakt bzw. wirklich/fiktiv wie Ereignisse

Fiktionalität der Ereignisse analog zu hypothetischer Charakter der Strukturen

Begriffe und Einzelding: Begriffe weisen über das Singuläre hinaus

Begriff selbst birgt das überformende, Allgemeine, Widerholbare

5. Historia magistra vitae

Geschichte belehrt über die mögliche Zukunft ohne sie zu prognostizieren

Das betrifft den modalen Charakter von Strukturen

Neuartigkeit von Strukturen verlangt auch dei Neuartigkeit der Geschichtsschreibung

Zwei Tendenzen:

- einmal die Akzeleration des Fortschritts -- Verkürzung von Erfahrungshorizonten

+ Singularität der Ereignisse

- zum anderen: Neuartigkeit der Struktur als ganzer (Strukturwandel ist die dauernde Novität jedes Ereignisses)

vergleiche soziologische Unterscheidung zwischen traditionellen und modernen Gesellschaften

Determinismus vs. Willenfreiheit


 
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