Start Themen Downloads Forum _TOP10 Alle Artikel dieser Site
Willkommen bei Die Philosophie PageDie Philosophie Page
Alles, was Philosophen anmacht
[ Essay schreiben ]    [ Link melden ]
Suchen   
[ Suche nach Philosophie im Netz ]
Du bist ein anonymer Benutzer. Du kannst dich hier anmelden   21. 09. 2018  
Verwaltung
· Home
· Anmelden
· Registrieren
· Mitgliederliste

· Impressum
· Kontakt
· über den Autor

Recherche & Wissen
 ·  Ressourcen und Links
 ·  Lektüreliste
 ·  Buchempfehlungen
 ·  Suche

Unterhaltung
 ·  Rätsel

Readings
 ·  Systematischer Index

Philosophen:
 ·  Adorno
 ·  Aristoteles
 ·  Davidson
 ·  Eigen
 ·  Goodman
 ·  Mill
 ·  Platon
 ·  Rawls
 ·  Sokrates
 ·  Weizsäcker
...alle anzeigen

Themen:
 ·  Ethik
 ·  Evol. Erkenntnistheorie
 ·  Globalisierung
 ·  Kommunitarismus
 ·  Konnektionismus
 ·  Kooperation
 ·  Kybernetik
 ·  Liberalismus
 ·  Spieltheorie
 ·  Universalienstreit
 ·  Utilitarismus
 ·  Wissenschaftstheorie
...alle anzeigen


 ·  Download Readings

Community
 ·  Gästebuch
 ·  Foren
 ·  Chat
 ·  Eure Essays
 ·  Newsletterabo

Weitere Webprojekte
 ·  WIS
 ·  Widerspruch
 ·  Motograf

Kommunitarismus
Freigegeben von: Wolfgang Melchior
Vorlage zur Dissertation

Arbeitstitel: Der Kommunitarismus - eine partikularistische
Ethik der Gerechtigkeit

- Der Versuch einer Umstrukturierung von Ethik

1.Teil

Gerechtigkeit ist sicherlich der zentrale Begriff der Ethik, da
sie das Bindeglied zwischen einer Tugendethik, Ökonomie und
Politik repräsentiert (vgl. Aristoteles: Nik. Ethik).

So aufgefaßt bestand Ethik klassischerweise in der Suche
universeller Standards zu Regelung gegenseitiger Güter- und
Rechts oder Geltungsansprüche. Bis zur Aufklärung wurden
die ethischen Begründungsmodelle von einem nicht weiter problematisierten Verständnis dessen getragen, was als gesellschaftliches Wohl (gesellschaftliche Rationalität) zu gelten hat: Aristoteles? Prinzip der distributiven Gerechtigkeit etwa will Ämter nach dem Prinzip des Verdienstes und der Würde verteilen, veliert aber kein Wort darüber, welche Kriterien genau in Anschlag gebracht werden sollen, um den Verdienst einer Person zu ermitteln. Die starre, soziale Stratifikation, so etwa eine mögliche Hypothese, diente selbst als Rechtfertigungsgrundlage für gesellschaftliche Rationalität.

Erst seit der Aufklärung mit ihren drei wesentlichen Konzepten
des Individualismus, der Vertragstheorie und des Marktes ist der Normenhintergrund des gesellschaftlichen Gesamtwohls nicht mehr
selbstverständlich.

Das nicht-iterierte two-person Gefangenendilemma ohne Zusatzbedingung
und reinforcement mechanisms hat dies in der Spieltheorie auf den Begriff gebracht: die individuelle dominante Strategie führt zu suboptimalen Gesamtergebnissen. In gleichem Maße kämpft die neoklassische Ökonomie mit dem atomistischen homo
oeconomicus
.

Der philosophische Ort dieser Tradition ist mit dem Begriff des
Liberalismus umrissen worden. Einher ging damit die Auffassung
eines abstrakten Individuums mit bestimmten allgemeinen Interessen,
Intentionen und universellen Standards der Nutzenabwägung
(wie sie später im Utilitarismus und in der Spieltheorie
entwickelt wurden).

Der dabei angewandte methodische Individualismus vertrug sich
bestens mit einer nominalistischen Ontologie, wie sie vor allem
in den angelsächsischen Ländern durch Russell, Goodman,
Quine u.a. vetreten und ausgearbeitet wurden. Seine atomistische
Ansicht von Individuen (siehe Sandels Vorwurf des "unencumbered
self" in: "Liberalism and the Limits of Justice")
klammerte sämtliche Beziehungen zwischen Menschen als historische sowie als gemeinschaftete Wesen aus. Das Verhältnis des einzelnen zu seinem Mitmenschen ist rein formal (durch Rechts- oder Nutzenbeziehungen beschrieben) und wird nicht als Wertegemeinschaft aufgefaßt.

Eine Untersuchung ontologischer Fragen wie sie im Universalienstreit
des Mittelalters zwischen Ockham und Duns Scotus aufscheinen, sind hier mehr als aufschlußreich.


2. Teil:


Kommunitarismus:

So vage und bewußt vieldeutig der Begriff der Gemeinschaft
[community] auch sein mag, der Paradigmenwechsel in Philosophie
und Sozial- und Wirtschafstwissenschaften ist vehement.

Hatten in den WiWi neoklassische Modelle (Pareto, Walras, Edgeworth)
den Austausch als unpersönliche Transaktion von kommensurablen
Gütern beschrieben (siehe das "Law of Indifference"
von William Jevon [1871] in seiner "Theory of Political Economy"), so wenden sich heute Ökonomen der NIE (New Institutional Economics) wie James Buchanan sog. "non-price social institutions" zu, die ihrer Auffassung nach eine wesentliche Rolle in wirtschaftlichen Transaktionen spielen.

Auch in der Soziologie und Anthropologie setzt sich nach Ablösung des funktionalistischen bzw. strukturalistischen Paradigmas eine neues Paradigma durch, das durch ein Theoriengeflecht aus sozialer Tauschtheorie (Blau), cultural explanation theories (Huntington), kinship/tribe theories (Tullock) beschrieben werden kann.

Wesentlich dafür ist nicht allein, daß Gruppenwerte
als normbildende Fundamente von Personalität begriffen werden
und Normen nicht mehr frei wählbar und verhandelbar sind
(hier sind die Werte gemeint, die Charles Taylor dem identitätsbildenden "strong evaluator" unterstellt), sondern daß die Normen, die Gruppenzugehörigkeit bestimmen nicht mehr Nationalität, Geschlecht, politische Neigung, sondern Ethnizität [ethnicity] und Religion sind.

So gesehen befinden wir uns in einer dritten Phase dieses Paradigmenwechsel:
nach der Kritik am liberalen Selbst durch Sandel, Taylor und McIntyre
(Phase der Kritik), seiner theoretischen Verortung und Anreicherung
durch Walzer (Phase der Verbreitung), haben wir es Ende der 90er Jahre mit einem Konzept zu tun, welches den Werteuniversalismus per se angreift (Phase der Expandierung der Kritik)

Ich bin davon überzeugt, daß sich zukünftige philosophische Ethik mehr als bisher mit der Rolle von Religionen in Gruppen zu beschäftigen hat. In gleichem Maße ist dies der
Fall für Tradition, Rituale von ethnisch konturierten Gemeinwesen.

Der Modernisierungsprozeß, der vorschnell mit einer Säkularisierung der Gesellschaft gleichgesetzt wurde, wird heute wieder kommunitär und religiös eingeholt, ja sogar noch überboten. In einer weltweit vernetzten Wirtschaft scheinen religiöse und ethnische Bindungen am geeignetsten, Vertrauen herzustellen und damit Transaktionkosten zu sparen (zu diesem Punkt siehe weiter unten ad 6.). Die kulturelle Verschiedenheit der Handelspartner verlangt ein Unmenge von kontraktuellen Vereinbarungen, die auf universelle Standards verweisen (welche zum Großteil einfach noch nicht gegenseitig anerkannt sind, geschweige denn von den Hintergrund/Rahmennormen getragen werden (vgl. der Handelsstreit zwischen USA und China)).

Der zweite Grund für die gestiegene Bedeutung religiöser
Identität folgt aus dem Begriff der Wertegemeinschaft (im
Gegensatz zu liberalistischen formalen Assoziationsmodell). Religiöse Wertegemeinschaften haben im Gegensatz zu anderen Wertegemeinschaften den Vorteil, daß die Verständigung über Werte nicht über eine Vielzahl von programmatischen Quellen (wie etwa bei Parteien), sondern in der Regel über äußerst wenige Quellen (Heilige Schrift) läuft.

Ökonomisch gesehen werden hier Ressourcen gespart (vor allem
Zeit), die anderweitig eingesetzt werden können.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß religiöse Wertegemeinschaften im Gegensatz zu säkularen (wie etwa der Marxschen Klassengemeinschaft) von struktureller Dauer und soziale invariant sind: so schwinden in einem gesellschaftlichen Environment mit sozialer Mobilität solche klassenmäßigen Kohärenzmuster. Ähnliches gilt für ethnische Wertegemeinschaften.

Der philosophische Ort dieses Gestaltwandels ist das kommunitaristische Paradigma.

"It opposes the universalism, individualism and abstraction
of liberal thinking about society with an emphasis on the particular, the social and the concrete. It looks backwards to an ideal of human society as a community, rather than an association of individuals, and it looks forward to the revival of such community on a new basis." (Christopher Bertram?s Paper on Political Philosophy, Lecture#9,
p.1)

Folgendes Abgrenzungsschema gegenüber der modern - aufklärerischen Tradition des Liberalismus könnte damit für den Kommunitarismus in Anschlag gebracht werden:

(1) Wertemodell: partikularistisch vs. universalistisch

(2) Gesellschaftsmodell: holistisch vs. individualistisch (kollektive
vs. personale Identität)

(3) Rolle der Ethik: immanente vs. externe Kritik bzw. durch Vergesellschaftung wertende Ethik vs. liberales Neutralitätspostulat für Normenbildung und -anwendung

(4) Wesensmerkmale der Gesellschaft: Ethnizität und Religiösität vs. Universalität und Säkularität

(5) Das Assoziationsmodell der Gesellschaft vs. Netzwerktheorie
der Gemeinschaft (Thai Landa)

(6) Vertragstheorie vs. Religiöser Bund (Contract Law vs.
Religious Covenant)

(7) Das Gute vs. das Rechte

Einige noch nicht angesprochene Punkte seien kurz angerissen:

ad (1) Weil Werte nach dem kommunitaristrischen Paradigma wesentlich
von der Gruppentradition, denn ihrem aktualen Konsens abhängen,
können sie nur sub specie communitatis beurteilt werden. Gordon Lafer (1993) hat dies in seinem Aufsatz eindrucksvoll für die jüdische Gemeinschaft argumentiert.

ad (2) Gesellschaft wird jetzt nicht mehr als Aggregat von Individuen, sondern als holistisches Ganzes angesehen, dessen überindividuelle Klammer von Symbolen, religiösen Regeln und Tarditionen und einer gewissen Gruppenhomogenität hergestellt wird.


ad (1) und (2) Gerade der Begriff des Universalismus soll hier
in seiner Doppelbedeutung beleuchtet werden: einmal als ontologischer
Universalismus (Platonismus) und zum anderen als ethischer Werteuniversalismus wie er in der liberalistischen wie der gesamten aufklärerischen Tradition auftaucht.Während der Liberalismus wie die klassische Ökonomie auf eine nominalistische Ontologie der Gemeinschaft zurückgreifen (mereologische bzw. Aggregatvorstellung), vertreten Kommunitaristen mit ihrem Holismus der Gemeinschaft eine platonistische Ontologie (Gemeinschaft ist mehr als Summe aller individuellen Interessen). Demgegenüber kritisierten Vertreter des Kommunitarismus den Werteuniversalismus des Liberalismus, da dessen Begriff des Individuums zu abstrakt ("non-situated" wie Taylor sagen
würde) sei.

Sowohl holistische wie die atomistisch-individualistische Auffassung
von Gesellschaft fußen auf einem Modell abstrakter Einheiten und damit einer universalistischen Ontologie: im einen Fall das Indiviuum, im anderen Fall die soziale Gruppe/Gemeinschaft.


ad (3) Wenn Walzer meint: "Wir müssen die moralische Welt nicht erst entdecken, weil wir immer schon in ihr gelebt haben. Wir brauchen sie nicht zu erfinden, weil sie bereits erfunden wurde - wenngleich nicht gemäß irgendeiner philosophischen Methode."(M. Walzer: Kritik und Gemeinsinn, Frankfurt 1993, S. 29)..dann kritisiert er nicht nur die beiden ethischen Pfade der Entdeckung und Erfindung, sondern damit auch das Neutralitätspostulat dieser Pfade und damit einer universalistischen Ethik generell.

Dieses sei eben deswegen eine Chimäre, weil wir schon immer
an einem bestimmten Ort von Wert (Walzer: "some place of
value") befinden. Die Funktion, die er der Ethik dann zuweist,
ist die der immanenten Kritik im Gegensatz zur externen Kritik
oder Stipulation von Werten. Den interesselosen "View from
Nowhere" (Nagel [1986]) hält er nicht nur für deskriptiv möglich, sondern auch präskriptiv wünschbar. Statt dessen favorisiert er den Typ des Propheten als Gesellschaftskritiker: seine Identität ist zum ersten mit den Werten der von ihm kritisierten Gemeinschaft verbunden, zum zweiten hat er fundamentales Interesse an ihrem Wohlergehen und zum dritten

ad (5) Das Assoziationsmodell von Gesellschaft fußte auf der (kantischen) Vorstellung (siehe Rawls "Theory of Justice), daß sich freie, autonome Indiviuen freiwillig zu Kooperationen
zusammenschließen; das kommunitäre Modell von Gesellschaft
geht davon aus, daß Individuen schon seit jeher, ob sie wollen oder nicht, zusammengeschlossen sind.

Ad (6) Die neue Klammer gesellschaftlicher/gemeinschaftlicher
Kooperation wird hier nicht mehr im bürgerlich-liberalen
Vertragsrecht, sondern im religiösen Bund [Covenant] gesehen.

Das bürgerlich-liberale Vertragsrecht stellt formale Kriterien
zur Verfügung, mit deren Hilfe sich einander anonyme Personen
(oder wenigstens nicht notwendig bereits verbundene), die sich zuvor nicht auf gemeinsame überzeugungssysteme des Guten geeinigt haben, effektive Transaktionen herstellen wollen. Doch es sind gerade diese Transaktionskosten der Vertragsverhandlungen, - einhaltung bzw. - durchsetzung [costs of enforcement], die Kommunitaristen ins Feld führen (können), wenn sie auf
die Ineffizienz einer rein formalen Vertragstheorie hinweisen. Denn solche Transaktionskosten fallen, schlicht gesagt, in einem kommunitären Modell des Bundes weg, da hier

1.) bereits kulturelle Verständigungssysteme vorausgesetzt
werden (siehe Tai Landas Ethnic Trading Networks und die
Ethnically Homogenous Middlemen Group)

2.) die Durchsetzung von Verträgen nicht von Teilen der Gruppe
(Judikative, Exekutive) in langwierigen Prozessen mittels übernommen wird, sondern einmal durch eine von allen akzeptierte Deontologie (die gerade die Identität der Gruppe ausmacht) und zum zweiten durch die Androhung einer Strafe, die von dem Höchsten (Gottheit) ausgeht.

Dadurch wird Strafe internalisiert und als Prävention eigentlich
wirksam.





Literaturvorschläge

1.Universalienstreit

1.1. Systematisch

1.1.1. Primärliteratur

Russell, Betrand: Probleme der Philosophie, Frankfurt Suhrkamp 1967, [vor allem Kap. 9 und 10]

Russell, Betrand: über das Kennzeichnen [On Denoting (1905)], in: Philosophische und politische Aufzätze. Hg. v. U. Steinvorth. Stuttgart Reclam 1971, S. 3-22 [dort behandelt Russell das Problem, welches sich aus der platonistischen Bedeutungstheorie ergab: dort wurden sämtliche Prädikate (ob abstrakt oder nicht) als Namen irgendwelcher Objekte aufgefaßt; Russell dagegen interpretiert solche Ausdrücke als sog. synkategorematische Ausdrücke, die nur innerhalb von sog. Komplexen (oder Kontexten) einen Sinn ergeben]

Russell, Betrand: Der logische Atomismus [Logical Atomism (1924)],
in: Philosophische und politische Aufzätze. Hg. v. U. Steinvorth. Stuttgart Reclam 1971, S. 23-51

Russell, Bertrand: Language and Metaphysics, in: An Inquiry into Meaning and Truth, chap. XXV, London Allan Unwin 1980, p. 341-347
[dort vertritt Russell eine nominalistische Position, die als einzige nicht wegerklärbare Universalie die der Ähnlichkeit übrigläßt]

Goodman, Nelson/Quine, Willard V. O.: Steps Towards a Constructive
Nominalism, in: Journal of Symbolic Logic, 12 (1947), S. 105-122
[der Versuch eine rein nominalistische Logik zu entwerfen]


Quine, Willard V. O.: Logic and the Reification of Universals, in: Quine, W.V.O., From a Logical Point of View, Harvard Uni. Press 1953, p.102-129

Quine, Willard V. O.: Identity, Ostension, and Hypostatsis, in: Quine, W.V.O., From a Logical Point of View, Harvard Uni. Press
1953, p. 65-79 [dort findet sich ein anschauliches Beispiel für das Versagen mereologischer-nominalistsischer Universen;
kurz beschrieben auch in: Stegmüller (1995), S. 88/89]

Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus, Frankfurt Suhrkamp 1963 [das klasssiche Werk des logischen Atomismus]


Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchung, in: Werkausgabe,
Bd. 1, Frankfurt Suhrkamp 6. Aufl., 1989, S. 224- 580 [die Sprachspieltheorie der Bedeutung; Regelfogeparadoxa u.a.]


1.1.2. Sekundärliteratur

Stegmüller, Wolfgang: Der Universalienproblem einst und jetzt,
in: Glauben, Wissen und Erkennen, Darmstadt 1965, S. 49-118 [Ein Artikel, der aus historischer wie moderner prädikatenlogischer
(und beweistheoretischer) Sicht den Universalienstreit beleuchtet]

Nominalismus/Platonismus, in: Speck, Josef (hg.): Handbuch wissenschaftstheoretischer
Begriffe, Bd. 2 (G-Q), S. 447-551

1.2. Historisch:

1.2.1.Primär:

Platon: Der Staat [Politeia], in: Platon, Sämtliche Werke,
übers. V. F. Schleiermacher, hg. v. W.F. Otto/E. Grassi
et al., Bd. 3, Hamburg Rowohlt 1984, S. 67-310

Ockham, William of: Ordinatio, I, dist. 2, q. 6.( [QUESTION 6:
WHETHER THE UNIVERSAL IS REALLY OUTSIDE THE SOUL, NOT REALLY
DISTINCT FROM THE INDIVIDUAL?) [der Text, in dem der Franziskanermönch sich vom Platonismus seines Lehrers Duns Scotus distanziert]


Berkeley, George [1713]: Three Dialogues between Hylas and Philonous,
http://pespmc1.vub.ac.be/text/berkeley/berkdial.htm

Berkeley, George: Principles of Human Knowledge, http://pespmc1.vub.ac.be/text/berkeley/berkprin.htm [Berkeley vetritt in beiden Werken zum ersten Mal in der abendländischen
Geistesgeschichte die Theorie, daß generelle Prädikatausdrücke nicht durch ihre Referenz auf irgendwelche abstarkten Entitäten [ideas], sondern durch ihren Gebrauch bestimmt sind]


1.2.2. Sekundärliteratur

Stegmüller, Wolfgang: Der Universalienproblem einst und jetzt,
in: Glauben, Wissen und Erkennen, Darmstadt 1965, S. 49-118
[Historisches findet sich im Kapitel 3]

Occam?s Razor, in: Principia Cybernetica Web, http://pespmc1.vub.ac.be/OCCAMRAZ.html
[eine vorzügliche WebEnzyklopedie für die Themengebiete
"cybernetics, systems theory, evolution, philosophy and
related topics"; der Artikel selbst befaßt sich
mit dem "principle of parsimony" der Wissenschaftstheorie]


Kilcullen, R.J.: Ockham on Universals, in: Papers on Medieval
Philosophy, Tape8, http://www.mq.edu.au/~ockham/z3608.html
[Papers der Macquarie University, die gleichzeitig die mittelalterlichen
Originaltexte, zum Teil im lateinischen Original als Kurs auf
11 sog. Tapes zur Verfügung stellt. Der hier angegebene
Text geht von der modernen type-token Unterscheidung aus und
beleuchtet Ockhams Antwort darauf; von historischem, aber auch
allgemeinen Interesse]

William of Ockham, in: The Internet Encyclopedia of Philosophy,
http://www.ut m.edu:80/research/iep/ockham.htm [ein großangelegtes
und sehr gründliches Enzyklopedieprojekt, welches allerdings
seine Einträge ohne Hyperetxtverweise anbietet]

2. Ontologie:

2.1. Primärliteratur:

Quine, Willard V.O.: On What There Is, in: Quine, Willard V.O.,
From a Logical Point of View, Harvard Uni. Press: 1980, p. 1-19

Quine, Willard V.O.: Ontological Relativity and other Essays,
New York Columbia Uni. Press: 1969


2.2. Sekundäres:

Gruber, Tom: What Is an Ontology?, http://www.stanford.edu/what-is-an-ontology.html

Ontology, in: Principia Cybernetica Web, http://pespmc1.vub.ac.be/ONTOLI.html


3. Soziologischer Holismus

Marx, Karl: Das Kommunistische Manifest

Kritiker:

Popper, Sir Karl R.: Das Elend des Historizismus, Tübingen
1979 (vor allem 7. und 23. Kapitel)

4. Individualismus/Liberalismus:

Primärtexte

Smith, Adam [1789]: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung
seiner Natur und Ursachen, übers. u. hg. v. H.C. Recktenwald


Smith, Adam [1789]: An Inquiry Into the Nature and Causes of the
Wealth of Nations, gopher://gopher.vt.edu:10010/02/141/1 [ökonomischer
Individualismus]

Bentham, Jeremy [1781]: Principles of Morals and Legislation,
http://www.utm.edu:80/research/iep/text/bentham/benthpri.htm
[das klassiche Werk des Utilitarismus]


Popper, Sir Karl R.: Das Elend des Historizismus, Tübingen
1979

Kritiker (alle Kommunitaristen: Walzer, McIntyre, Taylor):

Sandel, Michael J.: Liberalism and the Limits of Justice, Cambridge
Uni. Press 1974 [vor allem chap. 1 and 4; the Good vs. the Right]




5. Religion:

Catholic Encyclopedia, 1913, http://www.knight.org/advent/cathen/,
transkribiert 1996


De Vries, Egbert (ed.) (1966). Man in Community:
Christian concern for the Human in changing Society. New York,
Association Press. (11. Sabanes, Julio R. "The Biblical
Meaning of Community", "Toward a theological understanding
of Community (;168), 12. Gustafson, James M. "The Functions
of Community in the Light of God's Purposes", "Community
and Moral Action")


Eilberg-Schartz, Howard (1990). The Savage in Judaism.
An Anthropology of Israelite Religion and Ancient Judaism.
Bloomington u.a.: Indiana University Press.

Eliot, T.S. (1939). The idea of a Christian Society.
London: Faber 1939.


Mathhews, Terry: Lectures for Religion 166,
http://www.wfu.edu:/~matthetl/perspectives/Lectures.html


Ostendorf, B. (1995): Religion und Öffentlichkeit
in den USA, in: MERKUR. Deutsche Zeitschrift für europäisches
Denken, Heft 3, 49. Jg, März (1995), S. 205-216




6. Ökonomie: Social Choice Theory/Spieltheorie:

Arrow, K. J. (1963): Social Choice and Individual
Values, New Haven: Yale Uni. Press

Axelrod, D. (1987): Die Evolution der Kooperation,
München: Oldenbourg

Gauthier, D. (1986): Morals by Agreement, Oxford:
Clarendon Press

Landa, Janet Thai: Trust, Ethnicity, and Identity.
Beyond the New Institutional Economics of Ethnic Trading Networks,
Contract Law, and Gift Exchange, Ann Arbor 1994

Luce, R. D./Raiffa, H. (1957): Games and Decisions,
New York: John Wiley

v. Neumann, J./Morgenstern, O. (1953): Theory of
Games and Economic Behavior, Princeton: Uni. Press

Sen, A. K. (1987): On Ethics and Economics, New York:
Blackwell 1987

Sen, A. K. (1970): Collective Choice and Social Welfare,
San Francisco u.a.: Holden Day Inc.

Vossenkuhl, W. (1992): Ökonomische Rationalität
und moralischer Nutzen, in: H. Lenk/M. Mahrig: Wirtschaft und
Ethik, Stuttgart: Reclam, S. 168-213



7. Kommunitarismus/Liberalismus: Universalismus
und Partikularismus


Brumlik, M., H. Brunkhorst (Hg.) (1993). Gemeinschaft
und Gerechtigkeit. Frankfurt a.M.

Brunkhorst, Hauke: "Demokratie als Solidarität
unter Fremden. Universalismus, Kommunitarismus, Liberalismus". Aus Politik und Zeitgeschichte - Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament B 36/96, 30. August 1996, pp. 21-28

Forst, R. (1994): Kontexte der Gerechtigkeit. Politische
Theorie jenseits von Liberalismus und Kommunitarismus, Frankfurt
a.M.: Suhrkamp

Gitlin, Todd (1993): "From Universality
to Difference: Notes on the Fragmentation of the Idea of the
Left". Contention, Vol.2, No.2, Winter 1993


Hochman, H. M. (1994): Economics and Distributive
Ethics, in: Social Science and Modern Society, Vol. 32/No. 1
(1994), S. 35-42


Lafer, Gordon (1993): "Universialism
and Particularism in Jewish Law: Making Sense of Political Loyalties".),
in Goldberg/Krausz 1993


Larmore, Charles (1990): Political Liberalism, in:
Political Theory, Vol. 18, No. 3, 1990, p. 339-360


Mulhall, S./ Swift, A. (1982): Liberals & Commutarians,
Cambridge: Blackwell


Tönnies, Sibille: Kommunitarismus - diesseits
und jenseits des Ozeans". Aus Politik und Zeitgeschichte
- Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 36/96, 30. August
1996, S. 13-20


Walzer, M. (1987): Interpretation and Social Criticism:
Harvard Uni. Press (Kritik und Gemeinsinn, Frankfurt a.M.:
Suhrkamp, 1993)


Walzer, M. (1983): Spheres of Justice, New York


Walzer, M. (1990): The Communitarian Critique of Liberalism, in:
Political Theory , Vol. 18, No. 1, 1990, p. 6-23



8. Ethik allgemein

Balzer, W. (1993): Soziale Institutionen, Berlin
u.a.: de Gruyter (Philosophie und Wissenschaft. Transdisziplinäre
Studien, Bd. 4)


Biervert, B./Held, M.(1993): Ethische Grundlagen
der ökonomischen Theorie. Eigentum, Verträge, Institutionen,
Frankfurt a.M.:Campus


Daniels, N. (1975): Equal Liberty and Unequal Worth
of Liberty, in: N. Daniels (ed.): Reading Rawls. Critical Studies
on Rawls' Theory of Justice, Oxford: Blackwell, S. 253-282



Engin-Deniz, E. (1991): Vergleich des Utilitarismus
mit der Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls, Innsbruck-Wien
1991 (Veröffentlichungen des internationalen Forschungszentrums
für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg; Neue Folge
Bd. 45)


(Smith) Goldman, H. (1980): Rawls and Utilitarianism,
in: H. G. Blocker/ E. H. Smith (ed.): Rawls "Theory of
Justice". An Introduction, Athens: Ohio Uni. Press, S. 346-
394


Habermas, J. (1988): Theorie des kommunikativen Handelns,
Bd I u. II, Frankfurt a.M.: Suhrkamp


Hegselmann, R. (1992): Ist es rational, moralisch
zu sein?, in: H. Lenk/M. Mahrig (Hgg.): Wirtschaft und Ethik,
Stuttgart: Reclam, S.165-186


Hobbes, T. (31989 [1651]): Leviathan oder Stoff,
Form und Gewalt eines kirchlichen oder bürgerlichen Staates
[Leviathan or the matter, form, and power of a commonwealth],
übers. v. W. Euchner, eingel. v. I. Fetcher, Frankfurt:
Suhrkamp


Höffe, O (1992): Gerechtigkeit als Tausch? Ein
ökonomisches Prinzip für die Ethik, in: H. Lenk/M.
Mahrig (Hgg.): Wirtschaft und Ethik, Stuttgart: Reclam, S. 119-133



Hume, D. (1984): Eine Untersuchung über die
Prinzipien der Moral [An Enquiry concerning the Principles
of Morals], übers. u. hg. v. G. Streminger, Stuttgart: Reclam



Kant, I.: Werkausgabe in 12 Bänden, hg. v. W.
Weischedel, Frankfurt a.M.: Suhrkamp

--- (1972 [1785]): Kritik der praktischen Vernunft.
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Bd. VII

--- (1982): Die Metaphysik der Sitten, Bd VIII

--- (1988): Kritik der reinen Vernunft; Bde. III
und IV


Kern, L. (1982): Diskussionsbeitrag zum Referat von
O. Höffe, in: Erkenntnis 11 (1982), S. 459-50


Kitcher, P. (1993): The Evolution of Human Altruism,
in: The Journal of Philosophy, 10 Oct. 1993, S. 497-516


Kliemt, H. (1986): Antagonistische Kooperation, München



Kukathas, C./Pettit, P. (1990): Rawls. A Theory of
Justice and its Critics, Stanford Uni. Press


Kyoung-Kuk, M. (1984): Ordnungspolitische Untersuchung
der Gesellschaftstheorie von John Rawls- Grenzen seiner Vertragstheorie-,
Diss.: Freiburg


Lyons, D. (1975): Nature and Soundness of the Contract
and Coherence Arguments, in: N. Daniels (ed.): Reading Rawls.
Critical Studies on Rawls' Theory of Justice, Oxford:
Blackwell, S.141-168


Mackie, J. L. (1977): Ethics. Inventing Right and
Wrong, Oxford: Penguin Book


Mayer, T. (1989): Fundamentalismus. Aufstand gegen
die Moderne, Hamburg: Rowohlt


Mill, J. St. (1962 [1861]): Utilitarianism, in: Utilitarianism.
On Liberty. Essay on Bentham. Together with selected writings
of Jeremy Bentham and John Austin, Fontana: Fontana Press, S.
251-321


Mill, J. St. (1962 [1861]): On Liberty, in: Utilitarianism.
On Liberty.Essay on Bentham. Together with selected writings
of Jeremy Bentham and John Austin, Fontana: Fontana Press, S.126-250



Moore, G. E. (1990 [Erstdruck 1903]): Principia Ethica,
Cambridge: Uni. Press


Nagel, Thomas (1991): Equality and Partiality, Oxford Uni. Press[Individualistischer
Universalimsus]

Nozick, R. (1974): Anarchy, State and
Utopia, Cambridge: Blackwell 1974


Parfit, D. (1984): Reasons and Persons,
Oxford: Clarendon Press


Park, Jong-Soon (1992): Contractian Liberal Ethics
and the Theory of Rational Choice, American University
Studies. Series V, Philosophy; vol.122, New York


Rawls, J. (1972):A Theory of Justice, Oxford: Uni.
Press


Rawls, J. (1993): Political Liberalism, Columbia:
Uni. Press 1993


Rousseau, J.- J. (1973[1762]): Du contract social
(extraits), Paris: Larousse


Rousseau, J.- J. (81987[1762]): Emile oder über
die Erziehung, Paderborn: Schöningh UTB


Ross, W. D. (1958): The Right and the Good, Oxfrod:
Clarendon Press



Searle, J. R. (1967): How to derive "Ought"
from "Is", in: P. Foot (ed.): Theories of Ethics,
Oxford: Uni. Press, S. 101-114


Seifert, H./Radnitzky, G. (Hgg.) (1989): Handlexikon
zur Wissenschaftstheorie, München: dtv


Seliger, M. (1986): John Locke, in: I. Fetcher./
H. Münkler (Hgg.): Pipers Handbuch der politischen Ideen,
Bd. 4, München/Zürich: Piper, S. 380-400


Sen, A. K. (1975): Rawls versus Bentham: An Axiomatic
Examination of the Pure Distribution Problem, in: N. Daniels
(ed.): Reading Rawls. Critical Studies on Rawls' Theory
of Justice
, Oxford: Blackwell, S. 283-292


Sen, A. K./Williams, B (Hgg.): Utilitarianism and
beyond, Cambridge: Uni Press 1982:


Sidgewick, H.(1981[71907]): The Methods of Ethics,
Indianapolis: Hackett Pub. Co.


Singer, M. G. (1971): Generalization in Ethics. An
Essay in the Logic of Ethics, with Rudiments of a System of
Moral Philosophy, New York: Athenäum


Smart, J. J. C.(Hg.) (1973): Utilitarianism -For
and Against, Cambridge. Uni Press


Stegmüller, W. (1973): Probleme und Resultate
der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Bd.IV,I.
Halbbband: Personelle Wahrscheinlichkeit und Rationale Entscheidung,
Berlin u.a.


Strahlmann, M. (1989): Nozicks Kritik an Rawls?
Theorie der Gerechtigkeit, Diss., Göttingen


Taylor, C. (1993): Der Begriff der "bürgerlichen
Gesellschaft" im politischen Denken des Westens, in: M.
Brumlik/ H. Brunkhorst (Hgg.): Gemeinschaft und Gerechtigkeit,
S. 117-148


Tugendhat, E. (1984): Probleme der Ethik, Stuttgart: Reclam


 
Login
Mitgliedername

Passwort

Kostenlos registrieren!.
So kannst du an den Diskussionsforen, dem Essaybereich und den Umfragen teilnehmen.

Verwandte Links
· Mehr zu dem Thema Readings Kommunitarismus
· Nachrichten von Wolfgang Melchior


Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Readings Kommunitarismus:
Kommunitarismus


Grenze
Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.
[Die Philosophie Page]
[eMail]
[Disclaimer]
© Copyright: Wolfgang Melchior, 1997-2013